Online: 05.10.2015 - ePaper: 06.10.2015

Schulschließungen

Betrifft: Artikel "Aus für die kleinen Schulen? (EJZ vom 25. September)

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Im Schnellverfahren sollen Fakten geschaffen werden. Keine Einschulungen mehr in Küsten, Plate, Woltersdorf und Trebel ab dem nächsten Schuljahr - und Schluss ist. Das kann doch nicht wahr sein. Während andernorts das Umdenken in vollem Gange ist, haben manche Entscheidungsträger offensichtlich wichtige Kriterien, die den Erhalt der Schulen beinahe zwingend erfordern, völlig ausgeblendet. Dabei ist die Argumentation: Du hast für die Schließung "meiner" Grundschulen gestimmt, also erwarte von mir nicht, dass ich für den Erhalt "deiner" Schulen bin - nur billig. In der Landesschulbehörde wird intensiv über die Beschulung der Flüchtlingskinder diskutiert. In der Folge ist erhöhter Raumbedarf zu erwarten. Dem Vernehmen nach ist die Lüchower Grundschule jetzt schon am Rande der Auslastung. Was dann? Container? Neubau? Oder spielen die zu erwartenden Schülerzahlen keine Rolle? Es gibt gute Argumente für den Erhalt der Schulen. EU-Fördermittel für den ländlichen Raum gibt es auch für Schulen, nicht nur für Ställe und Wirtschaftswege. Der Sparwille ist sicher ehrenwert, aber er ist ein Wille und kein Zwang. Weitere Schulschließungen wären vorauseilender Gehorsam. Schulen in den Dörfern sind wichtiger Bestandteil für die kulturelle, soziale und wirtschaftliche Lebensfähigkeit der Gemeinden. Es besteht die Verpflichtung, sie zu fördern, als im Handstreich gewachsene Strukturen unwiederbringlich zu zerschlagen. Und: Im Jahr 2016 sind Kommunalwahlen - hofft man, dass bis dahin alles vergessen ist?

↔Karin Schulz, Göttien

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