Online: 09.10.2015 - ePaper: 10.10.2015

Plagiate in der Kunstnicht ungewöhnlich

Betrifft: Artikel "Farbig und abstrakt" (EJZ vom 19. September)

Das neueste Projekt der Künsterlin Anna Wiesinger klingt sehr originell. Nur dürfte es dem aufmerksamen Spaziergänger in Lüchow nicht entgangen sein, dass man am Marktplatz das Original "das kleinste Museum Deutschlands" bestaunen kann. Es ist die Installation der Künstlerin Anna David - eine ehemalige Telefonzelle. Die gibt es dort schon lange, und Frau Wiesinger kennt sie und ihre Schöpferin.

Der große Bertolt Brecht bekannte sich einst zu seiner "Laxheit im Umgang mit geistigen Eigentum" und schuf großartige Werke. Die Laxheit von Frau Wiesinger ist für mich sehr befremdlich. Sie hätte wenigstens bei der Vorstellung ihres "neuesten Projektes", ausrangierte Telefonzellen zu verwenden, auf die Urheberin dieser Idee Anna David hinweisen müssen.

Anna David kann damit leben, denn Plagiate sind schließlich nicht ungewöhnlich in der Kunst. Leider ist der eher "schöpferische" Umgang mit Plagiaten häufig nicht besonders originell.

↔Peter Bernet,

↔Klennow

^ Seitenanfang