Online: 12.10.2015 - ePaper: 13.10.2015

Verantwortungslos

Betrifft: Artikel "Verneigen vor Hilfsbereitschaft" (EJZ vom 7. Oktober)

Die Notunterkünfte in Lüchow, bei der Üfest bei Woltersdorf und in Dannenberg sollen nicht Bestand haben, es seien wirklich Notunterkünfte. Das betonte nicht nur der Vertreter des Niedersächsichen Innenministeriums, Dirk Verleger, auf der Infoveranstaltung der Samtgemeinde Elbtalaue in Breese in der Marsch.

Gleichzeitig aber wurde eingeräumt, dass die Flüchtlinge dort monatelang bleiben werden und auf ihre Zuweisung in ein Erstaufnahmelager und die Befragungen warten müssten. Solange könnten die Flüchtlingskinder nicht zur Schule gehen. Allein in Dannenberg sind 100 Kinder im Camp.

Sollen die Kinder, die im schulpflichtigen Alter sind, also monatelang nur spielen, bespaßt werden oder am Ende Quatsch machen?

Der Appell an die Ehrenamtlichen, die sich unter anderem dafür engagieren, dass sofort auch Deutsch unterrichtet wird, findet da ein Ende, wo sich der Staat seiner Aufgabe entzieht, die Kinder einzuschulen, weil das Asylverfahren noch nicht eingeleitet wurde.

Das ist verantwortungslos! Niemand hat gefordert, dass das Land Lehrerinnen und Lehrer in die Camps schickt.

Wir haben doch Schulen, und sogar viele Grundschulen, die von Schließung bedroht sind. Ändert die Bestimmungen, schickt die Kinder in Auffangklassen in Plate, Küsten, Woltersdorf...

Von den kommunalen Schulträgern und dem Landrat Jürgen Schulz erhoffe ich mir Engagement in dieser Angelegenheit. So, wie es für syrische Flüchtlinge möglich ist, ein Studium auch ohne die eigentlich erforderliche C1-Prüfung zu beginnen, so muss aus der Not heraus der sofortige Schulbesuch für die Flüchtlingskinder ermöglicht werden.

Eine solche Chance für den Erhalt der kleinen Schulen kann und muss genutzt werden. Gern engagieren wir Ehrenamtlichen uns, wenn es - wie im Café Zuflucht in Dannenberg - um Nachhilfeunterricht oder um den Deutschunterricht für die Erwachsenen geht.

↔Wolfgang Ehmke,

↔Breese/Göhrde

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