Online: 12.10.2015 - ePaper: 13.10.2015

An Denkweise nichts geändert?

Betrifft: Artikel "Angekommen in der Sicherheit" (EJZ vom 8. September)

Ich las mit großem Interesse den sehr gut geschriebenen Artikel "Angekommen in der Sicherheit" in der EJZ. Und dann stockte mir der Atem. Eine junge Mutter meint, sie müsse ihre Meinung sagen und den hier ankommenden Flüchtlingen jede Scheußlichkeit zumuten dürfen. In ihrer Einbildung fordert sie sogar, Polizei müsse jetzt auf dem Schulhof patrouillieren. Dank sei der resoluten älteren Dame, die dem jungen Ding rhetorisch einen auf das Schandmaul gegeben hat.

Ich erinnere mich, als Zehnjähriger einen Artikel im "Völkischen Beobachter" (Pflichtzeitung für jeden Arier) gelesen zu haben, wo unter der Abbildung von gefangenen Marokkanern, die in der französischen Armee als reguläre Soldaten gedient hatten, stand, dass man diesen Spitzbuben jede Gemeinheit gegenüber rechten Deutschen Volksgenossen zutraue und die deshalb eliminiert werden müssten.

Hat sich in der Denkweise vieler Deutscher seit den vergangenen 70 Jahren nichts geändert? Hat die junge Mutter niemals von Pogromen gegenüber Menschen aus anderen Völkern gehört, nichts von der Ermordung Hunderttausender, nur weil sie einer anderen Rasse angehörten? Geht die Verleumdung anderer, nur weil ihr Aussehen von dem unsrigen geringfügig abweicht, schon wieder los? Will die junge Mutter die unsägliche deutsche Vergangenheit erneut aufleben lassen? Sie sollte in sich gehen, aus der Geschichte der Deutschen lernen. Sonst wird aus ihrem Kind unter ihrem Einfluss ein weiterer Neonazi.

Und ein letztes trauriges Wort an die Flüchtlinge, die "Dank an Deutschland, an Germany" gerufen haben. Nicht jeder Deutsche ist ein guter Deutscher. Hoffentlich bleibt Euch diese Erkenntnis erspart!

↔Peter Schröder,

↔Restorf

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