Online: 12.10.2015 - ePaper: 13.10.2015

Vermögende abschöpfen

Betrifft: Wie viele Flüchtlinge kann das Land verkraften?

Lüchow, Dannenberg, Woltersdorf und vielleicht Neu Tramm - unser Landkreis kann das aushalten. Nach 1945 kam hier auf jeden Einwohner ein Flüchtling. Zwar gab es damals keine Sprachbarriere, aber es ging fast allen hier wirtschaftlich schlecht. Auch gab es nicht ungeteilte Zustimmung, aber man half einander aus der ärgsten Not.

Heutzutage geht es den allermeisten von uns gold. Das Menschenrecht auf ruhigen Schlaf in der Nacht, ein zweites Paar Schuhe und eine Hose zum Wechseln sowie ein festes, nicht zerbombtes Dach über dem Kopf wollen wir doch wohl nicht ernsthaft diskutieren!

Nun gibt es manche maßgebliche Politiker, die durch ständiges Gerede von der angeblich "begrenzten Aufnahmekapazität" eine Krisenstimmung erst herbeireden. Damit fischen sie im trüben Wasser derer, die bei besorgten Menschen auf Stimmenfang gehen wollen und zeigen so doch bloß ihre eigene begrenzte geistige Aufnahmekapazität.

Ja, es bedarf auch in diesem reichen Land enormer Anstrengungen, um den gegenwärtigen Zustrom geschundener Menschen mit Anstand zu bewältigen. Aber: Nicht die akribische Suche nach Rechtsmitteln zur Fernhaltung oder schnellst möglichen Abschiebung dieser Menschen ist das Gebot der Stunde. Auch eine größere zusätzliche Belastung auf dem Rücken der "kleinen Leute" löst keine Probleme.

Viel sinnvoller wäre es doch, nach rechtlichen Möglichkeiten zu suchen, die wirklich Vermögenden vorübergehend in die Pflicht zu nehmen und auch die Firmen und Geschäftsleute abzuschöpfen, die sich an der Notlage dumm und dämlich verdienen wollen!

Ich sortiere in der Zwischenzeit noch einmal meinen Kleiderschrank durch und versuche mit den Leuten ins Gespräch zu kommen - das kann sogar ich wuppen.

↔Herbert Schaper-Biemann,

↔Karwitz

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