Online: 16.10.2015 - ePaper: 17.10.2015

Windparks schädigen Klima

Betrifft: Windparks

Angeblich brauchen wir so viele Windparks im Landkreis wegen der Energiewende, zum Klimaschützen. Nun ist unser Landkreis aber schon zu mehr als 100 Prozent mit regenerativer Energie versorgt, deswegen soll der zusätzlich produzierte Strom nicht bei uns, sondern im fernen Bayern und Baden-Württemberg verbraucht werden. Und dorthin soll er über "Stromautobahnen" gelangen, die es jetzt zwar noch gar nicht gibt, aber eventuell mal später. Da die Windparks aber nicht eventuell mal später, sondern sofort jetzt gleich gebaut werden sollen, fragt man sich: Wohin denn nun mit dem Strom? Ein Blick in die EJZ vom 31. August: Artikel "Windstrom nutzlos verpufft", erklärt es. Das heißt, wir brauchen die Windparks so dringend und so schnell im Landkreis, um Strom zu produzieren, den keiner haben will, und der einfach so abgeregelt wird.

Aber irgendwann, eventuell sogar schon, bevor die Förderung für die Windparks ausgelaufen ist, sind die Stromautobahnen ja fertig und haben auf zirka 800 km Länge gewaltige Schneisen in die Natur geschlagen und Unmengen an Ressourcen verbraucht. Der größte Teil der Strecke wird wohl als Freileitung gebaut werden. Das bedeutet enorme Leitungsverluste, und die Leitungen werden 80 Grad heiß (Hochtemperaturleiterseile sogar 175 Grad). Und selbst, wenn die Netzbetreiber tief in unsere Tasche greifen, um mit diversen Techniken die Verluste zu verringern, ändert das nichts an dem Prinzip, dass der Stromtransport einfach Wärme erzeugt und eine Stromautobahn immer auch eine gigantische Elektroheizung ist. Einige Windparks werden nur dafür Strom produzieren, die Atmosphäre aufzuheizen.

Also: Ein weiterer Windpark in Lüchow-Dannenberg erzeugt nur Strom, der entweder gleich wieder vernichtet wird oder der unser Klima massiv schädigt, indem er die Atmosphäre aufheizt. Dazu vernichtet der Windpark unsere Landschaft, schädigt die Natur und gefährdet unsere Gesundheit. Entschuldigung, aber das braucht niemand.

Der Strom soll ja nun nach Bayern. Dort gilt die 10H-Regelung, die die CSU in die Bayrische Landesbauordnung hat schreiben lassen. Direkt vor der Haustür will der Bayer nämlich eine intakte Landschaft unter dem weißblauen Himmel sehen und "da kennt er nix", dafür würde er sogar die sonst heißgeliebte CSU aus dem Tempel jagen. Irgendwie macht einem das die Bayern auch wieder sympathisch.

↔Bernhard Schönhammer,

↔Prezier

^ Seitenanfang