Online: 19.10.2015 - ePaper: 20.10.2015

Keine Luxusvillen

Betrifft: Artikel "Deutlich teurer, deutlich später" (EJZ vom 5.Oktober)

Ich bin ehrlich betroffen über die Positionierung einiger Mitglieder des Brandschutzausschusses der Samtgemeinde Elbtalaue! Da wird durch Herrn Dr. Lange von "neuen schicken Feuerwehrhäusern" geredet, die man sich nicht leisten könne (wolle). Ich möchte darauf hinweisen, dass die Samtgemeinde der verantwortliche Träger des Brandschutzes ist und es sich dabei nicht um eine Spaß- und Freizeitaktivität der freiwilligen Feuerwehrleute, sondern um eine Pflichtaufgabe der Kommunen handelt! Ich empfehle daher dringend die Beachtung des Hinweises von Andreas Meyer als Gemeindebrandmeister und den Abgleich mit den bereits seit vielen Jahren geltenden Bauvorschriften für Feuerwehrhäuser.

Das sind im Übrigen die Mindeststandards für diese Gebäude und keine Luxusvillen. Hier ist in der Vergangenheit jahrelang eine Erneuerung der guten alten "Spritzenhäuser" vermieden worden, und das rächt sich nun durch einen massiven Bedarfsrückstau. Ich stehe dem Brandschutzausschuss als Sicherheitsbeauftragter der Feuerwehren gerne erläuternd zur Verfügung, wenn es denn gilt, die alten Feuerwehrhäuser zu besichtigen, um die dort reichlich vorhandenen Mängel zu erkennen.

Alle freiwilligen Feuerwehrleute haben als Gegenleistung dafür, dass sie regelmäßig ihre Freizeit opfern, ihre Gesundheit und manchmal auch ihr Leben riskieren, ein Recht darauf, ihren Arbeitsplatz, die Arbeitskleidung und ihre Ausbildung im angemessenen Rahmen, also zumindest nach den geltenden Vorschriften, erreichen und nutzen zu können. Die Bevölkerung hat ein Recht darauf, dass die Hilfsfristen eingehalten werden und das kein eingeklemmter Verletzter beim Autounfall, kein Eingeschlossener bei einem Wohnungsbrand länger leidet als notwendig. Die Hilfsfristen können definitiv nicht eingehalten werden, wenn die Mitglieder der Einsatzabteilungen lange Wege zurücklegen müssen, bevor sie tätig werden können.

Ach ja - und wenn Frau Unterste-Wilms Nerven bekommt, falls sie eventuell haften muss, sei ihr gesagt, dass zunächst einmal die Feuerwehrleute und der Einsatzleiter den Hinterbliebenen eines Opfers in die Augen schauen müssen und erklären, warum sie zu spät kamen und aus einer zeitnahen Rettung leider nur noch eine Bergung wurde.

↔Rainer Gronemann, Zernien

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