Online: 21.10.2015 - ePaper: 22.10.2015

Unzutreffend zitiert?

Betrifft: Artikel "Stimmung bei Diskussion vergiftet" (EJZ vom 30. September)

Bei der Vorstellung der Arbeitsweise der Endlagerkommission durch ihr Mitglied Kotting-Uhl entspann sich in Trebel eine etwas heftigere Diskussion in Bezug auf die Arbeitsgruppe 3 "Definition der Kriterien". Denn gemäß festzulegender Kriterien werden mögliche Standorte für Endlager geprüft und bei Nichterfüllung der Kriterien eben auch aus dem Verfahren ausgeschlossen beziehungsweise als ungeeignet betrachtet. Darauf bin auch ich in einem umfangreicheren Beitrag eingegangen, der in dem Artikel kurz zusammengefasst wird. Leider unzutreffend.

Ich habe mich nicht gegen die Behauptung verwahrt, man habe früher behauptet, Gorleben würde frühzeitig aus dem Verfahren ausscheiden. Das Gegenteil ist der Fall: Ich habe dargestellt, dass die niedersächsischen Grünen davon ausgegangen sind, dass Gorleben, wenn es denn schon im Verfahren sein müsse, bereits in der ersten Runde ausscheiden könne, weil es bestimmte Kriterien nicht erfülle. Und ein nicht intaktes Deckgebirge könne ein wichtiges Kriterium sein. Von daher ist der Satz "Wir wussten von vornherein: Wir bekommen ein intaktes Deckgebirge nicht als Kriterium herein, jedenfalls nicht in der ersten Runde" von mir nicht geäußert worden. Ich bin nämlich bis heute anderer Meinung und würde es deshalb auch begrüßen, wenn die Frage des Deckgebirges in irgendeiner Form bei den Ergebnissen der Arbeitsgruppe 3 der Kommission auftauchen würde. Die Leserinnen und Leser werden sicher verstehen, dass ich die zitierte Aussage so nicht auf mir sitzen lasse.

Ich vertrete nach wie vor die Auffassung: Gorleben ist geologisch ungeeignet und politisch tot, weiß aber, dass es in der Kommission auch Vertreter gibt, die das anders sehen. Da kann ich gar nicht anders als festzustellen: Wenn Umweltverbände oder Antiatomgruppen aus der Region die Möglichkeit genutzt hätten, in der Kommission mitzuarbeiten, wäre es sicher leichter gewesen, diejenigen zu stärken, die eine sehr genaue Festlegung in Bezug auf Salzstöcke treffen wollen.

Dorothea Steiner,

ehemalige Bundestags-abgeordnete der Grünen,

Osnabrück

Anmerkung der Redaktion: Die EJZ bleibt bei ihrer Darstellung von der Veranstaltung in Trebel.

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