Online: 21.10.2015 - ePaper: 22.10.2015

Abitur langfristig erhalten

Betrifft: Artikel "Gleichmacherei par excellence" (EJZ vom 15. Oktober)

Die Vision der "Chancengleichheit für alle" ist keine romantische Vorstellung. Sie entspricht den Anforderungen des Grundgesetzes. Dass die Grünen in Stadt und Kreis sich darüber Gedanken machen, mit welcher Schulform sich diese Forderung am besten verwirklichen lässt, ist darum völlig legitim. Es geht auch nicht darum, das Abitur in Dannenberg zu gefährden. Im Gegenteil: Es soll langfristig erhalten bleiben.

Das Anliegen der Grünen ist es aber ebenso, dass möglichst viele Kinder höhere Abschlüsse erreichen, auch solche, die aus den verschiedenen Gründen keine einfachen Voraussetzungen dafür mitbringen. Die klare Positionierung der Wendland-Grünen pro IGS bei einer Veranstaltung im Ostbahnhof ist darum folgerichtig gewesen.

Ob in Dannenberg eine IGS eingerichtet werden wird, richtet sich nach vielen einzelnen Faktoren, die sorgfältig beachtet und abgewogen werden müssen. Die populistische Behauptung, die Grünen wollten das FRG abschaffen, wurde in die Welt gesetzt, bevor überhaupt ein Denk- und Diskussionsprozess beginnen konnte.

Das hilft in der Sache nicht weiter, sondern verhindert eine sachliche, an pädagogischen Kriterien orientierte Auseinandersetzung darüber. Für die Eltern, die in einer Integrierten Gesamtschule eine sehr gute Schule für ihre Kinder sehen, ist diese Form der Auseinandersetzung sehr ärgerlich.

Angesichts veränderter gesellschaftlicher Bedingungen muss sich eine verantwortungsbewusste Politik überlegen, welche Schulform für die Stadt Dannenberg langfristig die beste ist. Lokalpolitik, die auf Desinformation und Polarisation setzt, kann nicht im Sinn der betroffenen Eltern und Kinder sein, auch nicht im Interesse von Lehrerinnen und Lehrern. Diese Art Politik richtet nur Schaden an.

Elke Mundhenk,

Dannenberg

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