Online: 23.10.2015 - ePaper: 24.10.2015

Ineffiziente Energien

Betrifft: Artikel Energiewende als Chance" (EJZ vom 1. Oktober)

Frau Professor Dr. Claudia Kemfert verschwieg in ihrem in der EJZ wiedergegebenen Vortrag über die erneuerbaren Energien zwei entscheidende Mängel dieser Energieversorgung.

1. Sie ist zu teuer. Ihre nicht marktgerechten Preise würden im freien Handel jeden Produzenten ohne staatliche Hilfe in den Konkurs treiben. Deshalb bestimmt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), dass die erneuerbaren Energien vorrangig vor der aus Kohle, Öl oder Atomkraft erzeugten in das Stromnetz aufgenommen und darüber hinaus durch die sogenannten Einspeisungsvergütungen auch zu überhöhten Preisen bezahlt werden müssen. Fallen diese Subventionen weg oder werden sie nach der letzten Reform des EEG verringert, dann geraten die Produzenten der erneuerbaren Energien wie die Betreiber der Biogasanlagen in unserem Landkreis in große finanzielle Schwierigkeiten und müssen eingestehen, dass unter diesen Umständen mit dem Bau neuer Anlagen nicht mehr zu rechnen ist.

2. Bei der durch Wind und Sonne erzeugten Energie kommt hinzu, dass die Versorgung mit dieser Energie nicht kontinuierlich und in einem der Nachfrage angepassten Umfang erfolgen kann. So bei geringer Energienachfrage, etwa an einem Wochenende, an dem die Sonne scheint und Energie erzeugt, oder in einer stürmischen Nacht, in der Wind das auch tut, entsteht ein Überschuss an Energie, für dessen Abnahme durch das Ausland viel Geld gezahlt werden muss. So entstanden bei den orkanartigen Böen am 1. Weihnachtstag 2009 Mehrkosten von 14 Millionen Euro ("Der Spiegel" vom 8. März 2010). Unser Wohlstand beruht aber auf der technologischen Effizienz der Produktionsanlagen. Die Tatsache, dass der Gesetzgeber Betrieben mit einer energieintensiven Produktion die Möglichkeit einräumt, weitgehende Befreiung von der Einspeisevergütung zu beantragen, um konkurrenzfähig zu bleiben und nicht abzuwandern, ist ein eindeutiges Indiz für die derzeit noch vorhandene Ineffizienz der erneuerbaren Energien.

Klaus Poggendorf,

Dannenberg

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