Online: 26.10.2015 - ePaper: 27.10.2015

Zauberei des plötzlichen Reichtums

Betrifft: Artikel "Spielplatz für Flüchtlingscamp" (EJZ vom 9. Oktober)

Es ist sehr ehrenwert, dass sich die Stadt für die Aufstellung von Spielgeräten auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft im Gewerbegebiet Breeser Weg engagiert. Publikumswirksam ist diese Tat der Gutmenschen allemal. Wie der Leser weiter erfährt, informierte der Stadtdirektor Jürgen Meyer, dass der Verwaltungsausschuss der Stadt die hierfür erforderlichen 10000 Euro als außerplanmäßige Ausgabe in den Haushaltsplan hatte einarbeiten lassen.

Vor dem Hintergrund der Kürzung der Mittel für den Dannenberger Kulturring um 2000 Euro irritiert die Zauberei des plötzlichen Reichtums der armen Stadt Dannenberg. Der Bildungsauftrag durch die öffentliche Hand ist im Grundgesetz und der niedersächsischen Landesverfassung verankert, Kultur ist Teilbereich der Bildung. Dies trifft sowohl auf das Kulturangebot des Dannenberger Kulturrings, als auch auf das von Raum 2 zu, so unterschiedlich und wenig vergleichbar diese beiden auch sind.

Meine Erwartungshaltung an die verantwortlichen Politiker und Funktionsträger der Verwaltung der Stadt Dannenberg ist, dass die wegen der geforderten schnellen Umsetzung zur Aufstellung von Spielgeräten gezauberten 10000 Euro nur als temporärer Kassenkredit eingestuft und in den Haushalt eingestellt werden und die Kosten an das Bundeskanzleramt, Willy-Brandt-Straße 1, 10557 Berlin durchgereicht, von dort wieder eingefordert werden. Es wird weiterhin erwartet, dass die Stadt bei Zahlungseingang die dem Kulturring gekürzten 2000 Euro wieder zur Verfügung stellt. Geld für diesen Teilbereich der Bildung wäre dann ja wieder vorhanden.

↔Joachim Reuland,

↔Görnitz

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