Online: 26.10.2015 - ePaper: 27.10.2015

Bewährte Infrastruktur zerstört

Betrifft: Sitzung des Rates der Samtgemeinde Lüchow

Bei dem Tagesordnungspunkt "Beauftragung des Wendland Regionalmarketing e.V. mit der Aufgabe der Wahrnehmung der örtlichen Tourismusinformation" geht und ging es auch um die Kosten, wie im Artikel über die Sitzung in der EJZ richtig beschrieben. Einige wenige Tagesordnungspunkte vorher war die Fortführung von Grundschulen Thema. Ein Hauptargument der Verwaltung zur Schulschließung war der Paragraf 110 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes, in dem steht: "Die Haushaltswirtschaft ist sparsam und wirtschaftlich zu führen." Dieser Paragraf schien ein paar Minuten später keine Rolle mehr zu spielen.

Die Kosten für diesen meiner Meinung nach auch unnötigen und strategisch unklugen Wechsel in der Tourismusinformation lässt sich die Samtgemeinde im Jahr 96000 Euro und Einrichtungskosten von 20000 Euro (was ist mit der Einrichtung des jetzigen Infopunktes?) kosten. Die zum großen Teil gleichen Aufgaben des Vereins Regionalmarketing werden bereits im jährlichen Mitgliedsbeitrag der Samtgemeinde von 36000 Euro finanziert. Das nennt sich Doppelfinanzierung. Hiermit kostet das Regionalmarketing die Samtgemeinde Lüchow insgesamt jährlich 132000 Euro.

Aber wesentlich geht es auch um den Standort und die Sinnhaftigkeit des Wechsels. Der Infopunkt, eine Aufgabe, die der Tourismusverein Wendland bislang kompetent und erfolgreich für einen Zuschuss von 6000 Euro jährlich gewährleistet hat, soll vom Busbahnhof in die Innenstadt, in den Bereich der Rosenstraße. Also eher versteckt, wenig Parkplätze, von Busparkplätzen ganz zu schweigen. In der Nähe des Infopunktes am Busbahnhof sind Taxistände, die Fahrradschließfächer, und gerade ältere Menschen nutzen die Kombination der gut betreuten Infostelle für Auskünfte über Fahrpläne und Wartezeiten mit einem Kaffee. Dieses ist dann so nicht mehr möglich.

Eine gute und bewährte Infrastruktur, eine erprobte Tourismusinformation an einer strategisch guten Stelle wird zerstört. Der Glaspavillon wird wahrscheinlich die Kategorie "Leerstand in Lüchow" bereichern, da er ja angeblich aus baurechtlichen Gründen nicht benutzbar ist. Aber wie sagt der Bürgermeister Manfred Liebhaber auf der Sitzung: "Das sollen nicht meine Sorgen sein, darum kümmert sich die Stadt." Na denn, Glück auf!

Bärbel Wilgermein, Lüchow

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