Online: 30.10.2015 - ePaper: 31.10.2015

Vorauszahlungsbetrag wofür?

Betrifft: Artikel "Keine Lieferung - aber Rechnung" (EJZ vom 21. Oktober)

Allzu lange haben die Stromerzeugungsunternehmen, so auch EON, auf die Verschmutzungstechnologien Kohle und Atom gesetzt und sind nun völlig überrascht worden, dass es Technologien gibt, die zukunftsorientierter den begehrten Strom zur Verfügung stellen können. Nun scheint es, verlorengegangenes Terrain wieder zurückerobern zu wollen - und dazu braucht es Milliarden, um wieder an die Herrschaft zu kommen. Dem Unternehmen EON-(Avacon) scheint jedes Mittel recht zu sein, an das Geld der schweigenden Masse der Strom- und Gaskunden zu kommen, damit die Aktionäre weiterhin mit hohen Dividenden bedient werden können und die Vorstände mit horrenden Gehältern.

Seit dem Jahr 2004 speise ich mit meinen Fotovoltaikanlagen (35 kWp) in das Netz der EON/Avacon, seit dem Jahr 2015 der Avacon ein. Die Anlagen wurden 2010 mit 7,5 kWp an einer anderen Messstelle erweitert. Seit 2013 betreibe ich einen Energiekurzzeitspeicher mit einer Kapazität von 6,5 kWh, wodurch zu etwa 70 Prozent der nächtliche Stromverbrauch abgedeckt werden kann und damit eine gut 70 Prozent unabhängige Energieversorgung im Jahr gegeben ist. Meinen Strom beziehe ich seit 2008 über die Firma Lichtblick. Zuvor war ich Kunde bei der Avacon, die zwischenzeitlich in EON-Avacon umgewandelt wurde und sich heute wieder Avacon nennt. Seit Beginn der Einspeisung ins Netz des Netzbetreibers bis zum Jahre 2014 wurde kein Strom durch die Fotovoltaikanlagen verbraucht. Mit dem Jahr 2014 erhalte ich einen monatlichen Abschlagsbetrag in erheblicher Höhe, der nur aus einem Energieverbrauch durch die Anlage stammen kann, den es bis zum Jahr 2014 nicht gegeben hat. Ergänzend ist hinzuzufügen, dass Energiezähler mit Einspeise- und Verbrauchszählern ausgerüstet sind, damit auch schwarze Schafe erfasst werden können, die nach dem Sonnenuntergang Strom über die Anlagen aus dem Netz ziehen. Seit Februar 2015 erhalte ich also Mahnungen über einen monatlichen Vorauszahlungsbetrag. Diesen Vorauszahlungsbetrag habe ich bisher nicht bezahlt. Mehrere Schreiben, in denen ich diesem Betrag widersprochen habe, wurden nicht beantwortet. Im September erhielt ich einen Anruf von der EON in Helmstedt bezüglich dieser Zahlung. In dem Gespräch wurde mir mitgeteilt, dass die Verbrauchsangaben von der Avacon als Netzbetreiber kämen und ich mich an diese zu wenden hätte. Auffällig ist, dass seit dem Wechsel der Unternehmen diese Forderungen auftauchen. Es scheint so zu sein, dass das bloße Vorhandensein eines Verbrauchszählers diesen Vorauszahlungsbetrag zu rechtfertigen scheint, auch wenn kein Verbrauch erfolgt. So gesehen gibt es eine Analogie zum Fall Triebe.

↔Gerhard Schulz, Weitsche

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