Online: 15.12.2015 - ePaper: 16.12.2015

Freiheit eingeschränkt

Betrifft: Artikel "Mehr Ruhe für Wild und Jagd" (EJZ vom 10. Dezember)

Waldbesitzer und Jäger wollen unsere persönliche Freiheit einschränken. Warum? Um den Wald zu schützen und den Wildbestand zu regulieren, "weil sich das Wild an jungen Bäumen und Büschen gütlich tut" und das mit "verheerenden Auswirkungen". Die Bejagung sei in den vergangenen Jahren durch massive Störungen des Besucherstroms schwieriger und teilweise erfolglos geworden.

Die Botschaft hör' ich wohl - allein: Mir fehlt der Glaube. Endlich haben die Trophäenjäger im Wendland die Schuldigen gefunden. Sie lassen sich die Lust am Töten nicht vermiesen. Es sind die Spaziergänger, Jogger und Pilzesammler, die stören. In den Bernstoffschen Wäldern wird ganzjährig gejagt. Ich höre sogar nachts die Schüsse. Dass sich das Wild bei Großjagden nicht mehr sehen lässt, liegt auch daran. Hinzu kommt, dass es tagsüber durch den Lärm der Maschinen, die Bäume fällen, vertrieben wird. Sie verstören nicht nur die Tiere, sondern ruinieren auch die Spazierwege, die nicht wieder hergerichtet werden.

Die Behörden, die vermutlich schon ihr Okay zum "Betretungsverbot des gräflichen Forsts" gegeben haben, verstoßen damt gegen das Grundgesetz, Artikel 2, weil sie damit meine persönliche Freiheit einschränken. Die gewählten Politker in den Gemeinden, Landkreisen und Ländern sollten die Behörden in ihre Schranken weisen, die es sich offensichtlich auf den Schößen der Jäger und Waldbesitzer bequem gemacht haben.

↔Karl-Heinz List,

↔Prezelle

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