Online: 15.12.2015 - ePaper: 16.12.2015

Schullandschaft auf durchdachtes Niveau bringen

Betrifft: Schulschließungen im Südkreis

Da fragen wir uns, ob Kinderreichtum eigentlich immer ein Geschenk ist. Aus Sichtweise des Bürgermeisters der Samtgemeinde nicht wirklich. 40 Kinder zu viel?! Und das in einem kärglichen Landstrich wie dem unseren? Nachdem sich nun herausstellte, dass die Grundschule Clenze, geplant für 160 Kinder, nun fast 40 mehr als geplant aufnehmen muss, fragen wir uns, ob der Samtgemeinderat und insbesondere sein Bürgermeister der Mathematik und der Realität mächtig sind.

Geleitet von dem Ziel, kleine Schulen zu schließen und die Schullandschaft zu zentralisieren, vergisst er die Menschen, die sich entschieden haben, hier zu leben. Das Wendland und somit die Samtgemeinde besteht nicht nur aus Lüchow, sondern aus 300 Dörfern und übt gerade wegen seiner kleinteiligen Siedlungsstruktur einen großen Reiz auf Zugezogene aus. Menschen aus Großstädten sehen die vielen Vorzüge von Dorfschulen und entscheiden sich unter anderem bewusst dafür. Wozu also zentralisieren? Campusbildung ist nicht kompatibel mit 300 Dörfern.

Aber Herr Schwedland möchte Grundschulen schließen. Am Ende sollen drei große Schulen bleiben, die bereits jetzt zahlenmäßig an die Grenzen gekommen sind. Schlimmer noch: Ein Neubau, der auf zwei Jahre alten Zahlen geplant wurde, sieht Platz für 160 Schüler vor, aber nicht für 200. Um 25 Prozent verplant. Herr Schwedland bemerkte dazu sinngemäß: "Die Zahlen waren richtig, aber die Zahlen jetzt sind aktueller".

Schön, dass unsere Region so viele Kinder hervorbringt, wo doch alle eine Riesenangst vor dem demografischen Wandel und der Vereinsamung der Dörfer haben. Deshalb sollte alles dafür getan werden, Familien und Kindern die Anreize zu bieten, um hier wohnen zu bleiben oder herzuziehen. Dann müssten wir vielleicht auch weniger Geld für Regional-Marketing aus dem Fenster werfen. Anreize beginnen bei effektiven Planungen für die Bürger und ihre Belange. Eine solche Planung sollte auch Unvorhergesehenes berücksichtigen, wie Flüchtlingskinder, die bisher komplett ignoriert wurden und noch werden. Deshalb sollten funktionierende Systeme mit ausreichenden Schülerzahlen wie etwa unsere Plater Grundschule unterstützt und saniert werden.

Nächstes Jahr werden die Karten neu gemischt: Kommunalwahl 2016. Wir haben die Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass Probleme endlich offen und ehrlich angegangen werden. Nächstes Jahr muss diese Schullandschaft auf ein intelligentes und durchdachtes Niveau gebracht werden. Einige großartige Ratsmitglieder haben bereits Fehlentscheidungen eingestanden und wünschen eine Neubewertung dieser Lage. Wir wünschen uns, dass noch mehr Ratsmitglieder den Mut finden, Entscheidungen, die auf falschen und auch manipulierten Grundlagen gefallen sind, richtig zu stellen und an die gegenwärtige Situation anzupassen.

Frauke Fischer, Müggenburg,

Imai von Blottnitz, Grabow

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