Online: 21.12.2015 - ePaper: 22.12.2015

Politik für die Bürger

Betrifft: Entscheidung des Samtgemeinderates zur Kapazitätserhöhung der Grundschule Clenze

Der Samtgemeinderat hat mit den Schließungen der Grundschulen in Schnega, Bergen und Plate gezeigt, welche Richtung er bildungspolitisch einschlagen wird. Entgegen den Wünschen und Vorschlägen der Betroffenen, der Gemeinden und vieler Wähler. Der Rat ist den Zahlen gefolgt. Und die Zahlen haben sich binnen kurzer Zeit gravierend geändert. Prognosen sind scheinbar selbst für kurze Zeiträume kaum möglich bzw. verlässlich. Dazu kommt die Flüchtlingssituation, von der auch noch nicht klar ist, wie sie sich letztlich auf die Schülerzahlen auswirkt.

Statt nun aufzuwachen, wird stur weiter in die einmal gewählte Richtung marschiert. Das Ziel fest vor Augen, nur noch drei oder vier Grundschulen in der Samtgemeinde zu erhalten. Egal, was kommen möge. Mit einer Entscheidung für den Erhalt einer der Grundschulen Bergen oder Schnega hätte sich die Samtgemeinde profilieren können, indem sie Weitblick und Flexibilität bewiesen hätte. Das wäre strategisch und nachhaltig gewesen. Das hätte vielen Wählern Vertrauen in die Gestaltungs- und Anpassungsfähigkeit der hiesigen Politiker verleihen können. Stattdessen entschied der Rat, eine mindestens 750000 Euro teure Behelfslösung zu schaffen, die zum Schuljahresbeginn nicht bezugsfertig ist. Dabei hat kein Ratsmitglied daran gedacht, was es für die Kinder bedeutet. Das Gebäude ist frühestens zu den Herbstferien fertig. Und bis dahin müssen sich mindestens 200 Kinder eine Schule teilen, die nur für 160 Kinder Platz hat. Das Versprechen der Samtgemeinde aus 2013, dass jedes Kind einen Platz in der neuen Schule bekommen und in ein ruhiges und geordnetes Lernumfeld eingeschult wird, ist vergessen. Für die Kinder aus Bergen und Schnega bedeutet das eine doppelte Belastung.

Einige wenige Ratsmitglieder haben Weitblick gezeigt und ihre Meinung jetzt geändert. Schön, dass es so etwas auch gibt, nur leider ist es zu spät und sind es zu wenige. Im nächsten Jahr steht es uns Wählern frei, unsere Entscheidung von der letzten Wahl zu korrigieren und mit unserem Kreuz auf den Wahlzetteln dafür zu sorgen, dass im Samtgemeinderat endlich Politik für die Bürger gemacht wird. Für die Schüler, die nun unter den Fehlentscheidungen der Samtgemeinde leiden müssen, kommt das leider zu spät.

↔Andrea Eva, Harpe

^ Seitenanfang