Online: 21.12.2015 - ePaper: 22.12.2015

Argumente für Weiterbetrieb

Betrifft: Kommentare von Detlef Boick (EJZ vom 5. Dezember) und von Jens Feuerriegel (EJZ vom 10. Dezember) bezüglich der Grundschulen im Südkreis.

Der von mir durchaus geschätzte Redakteur der EJZ, Detlef Boick, kommentiert die kommende Grundschulenschließung in Schnega und Bergen ganz einseitig im Sinne der Verwaltung der Samtgemeinde Lüchow. Das sei ihm unbenommen, ärgerlich daran ist, dass er teilweise wortwörtlich die Argumentation der Verwaltung dafür übernimmt.

Es gibt auch gute Argumente für einen befristeten Weiterbetrieb für eine der beiden Schulen. Darüber liest man in dem Kommentar nichts. Die Argumente der Samtgemeinde für die Schulschließungen sind teilweise irreführend und teilweise kommunal verfassungsrechtlich bedenklich. Sie sind auch haushaltsrechtlich zu hinterfragen. Der Hortneubau verletzt die haushaltsrechtlichen Grundsätze "Wahrheit, Klarheit, sparsamer Haushaltsvollzug". Besonders ärgerlich, weil nachweislich falsch, ist Herrn Boicks Argument, dass die neue Grundschule in Clenze hervorragend angenommen wird, was durch den verstärkten Zuzug nach Clenze belegt werde. Nach Schnega und Bergen sind in Bezug auf die Einwohnerzahl kaum weniger Menschen zugezogen.

Für die Kommentierung der beiden EJZ-Redakteure bezüglich der Grundschulschließungen kann man sehr gut Schillers Tell heranziehen. "Vom sicheren Port lässt sich's gemächlich raten." Beide Herren haben nie in der Verantwortung für eine Kommune gestanden. Sie kennen nicht den Spagat, der von den Kommunalpolitikern geleistet werden muss, zwischen den Erwartungen der Menschen vor Ort und der mangelhaften Finanzausstattung der meisten Kommunen. Die Wertung des Chefredakteurs Jens Feuerriegel, dass alles andere als die Schulschließungen Murks sei, ist stark grenzwertig. Im Grunde ist das eine Diskriminierung aller Ratsmitglieder, die mit Nein gestimmt haben, die damit eine kostengünstigere Lösung für das aufgetretene Problem realisiert sehen wollten. Murks, das ist eindeutig, war der Beschluss des Samtgemeinderates vor zwei Jahren, beide Schulen zu schließen. Es gab damals eine nennenswerte Minderheit im Rat, zu der auch der Unterzeichner gehörte, die eine der beiden Schulen weiter bestehen lassen wollten. Was wäre uns erspart geblieben, wenn der Rat damals eine Entscheidung mit Augenmaß getroffen hätte.

↔Wilhelm von Gottberg,

↔Schnega

^ Seitenanfang