Online: 21.12.2015 - ePaper: 22.12.2015

Syrien fehlen Fachkräfte für den Wiederaufbau

Betrifft: Flüchtlingspolitik

Seit Jahren toben die Kämpfe im Afghanistan, Irak und Syrien, um nur einige zu nennen. Was tut unsere Regierung? Zuerst wird versucht, das Problem auszusitzen und abzuwarten, ob nicht andere Regierungen durch militärisches Eingreifen den Konflikt lösen. Endlich entschließt man sich, Waffen an die Kurden zu liefern (sollen die doch die Kastanien aus dem Feuer holen, dabei betrifft es längst nicht nur den Nahen Osten). Inzwischen sind Millionen Menschen auf der Flucht, die in Ländern wie Jordanien, Libanon und Ägypten Asyl finden.

Was macht unsere Regierung? Sie unterstützt diese Länder mit Almosen, aber was noch viel schlimmer und menschenverachtender ist, sie kommt noch nicht einmal ihrer Zahlungsverpflichtung gegenüber der UNO nach, sodass diese nicht in der Lage ist, die Flüchtlinge mit dem Nötigsten zu versorgen. Übrigens ist sie unter anderem mit den USA in bester Gesellschaft. Bundeskanzlerin Angela Merkel wartet lieber, bis sich die Menschen aus Hunger, Not und Verzweiflung in die Hände von Schlepperbanden begeben, um die Überlebenden dann bei uns aufzunehmen. Wohlwissend, dass nur die Gutausgebildeten und Gutbetuchten die Chance haben, Schlepper bezahlen zu können. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. So zu denken oder gar zu handeln, wäre Altkanzler Helmut Schmidt niemals eingefallen. Alle Regierungen, die ihren vereinbarten Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Hilfsorganisationen nicht nachkommen, sind mitschuldig an den vielen Toten im Mittelmeer. Offensichtlich steckt System dahinter. Kanzlerin Merkel verschafft Deutschland auf diese Weise im vorauseilendem Gehorsam gegenüber der Wirtschaft die angeblich dringend benötigten jungen Fachkräfte. Ich darf daran erinnern, dass wir zurzeit selbst mehr als 2,5 Millionen Arbeitslose haben und es der Wirtschaft durchaus zuzumuten ist, sich intensiver um die Weiterbildung der Arbeitssuchenden zu kümmern. Indem wir Ländern wie Syrien die Fachkräfte entziehen, wird der Wiederaufbau mit eigenen Mitteln nach Kriegsende unnötig erschwert. Dieses Verhalten entspricht in keiner Weise christlichen Werten. Zehn bis 20 Prozent der Mittel, die für die Aufnahme und Integration der Flüchtlinge in Deutschland notwendig sind, reichen, um die Aufnahmeländer im Nahen Osten in die Lage zu versetzen, die Flüchtlinge menschenwürdig zu versorgen. Sie wären in der Nähe ihrer Heimat und ihre Kulturkreises. Sie nach Mitteleuropa umzusiedeln, bleibt immer nur eine Notlösung.

Versprechungen unserer Regierung traue ich schon lange nicht mehr. Ich bin nur gespannt darauf, wie die neue Steuererhöhung heißt.

↔Reiner Gutt, Gorleben

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