Online: 05.01.2016 - ePaper: 06.01.2016

Gesamtkonzept für Samtgemeinde erforderlich

Betrifft: Kommentar "Millionengrab Wendland-Therme" (EJZ vom 19. Dezember)

Die EJZ hat wieder mit deftiger Keule zugeschlagen. Es ist zu begrüßen, dass Benjamin Piel die Gartower CDU nicht in Ruhe lässt, wählen doch noch immer die Mehrheit der Gartower diese Partei, die amateurhaft Millionenprojekte mit öffentlicher Förderung umsetzt, ohne auf die Folgekosten für Kinder und Kindeskinder zu schauen und bisher auf keinen gut gemeinten Ratschlag reagierte, Voten von Bürgerversammlungen nicht beachtete, nicht bemerkte, dass das "Wirtschaftlichkeitsgutachten Ausbau Therme" nichts mit der zu erwartenden Realität zu tun hatte. Keiner konnte auf unsere Fragen antworten, woher die vielen Saunagäste denn kommen könnten.

Es war absehbar, dass das Defizit der Therme nicht, wie versprochen, sinken würde, sondern weiter in dem Bereich von mehreren Hunderttausend Euro weiter ansteigen würde. Das stört aber CDU-Ratsmitglieder wenig, weil es jährlich genug Geld von der Atomindus-trie gibt. Die CDU-Fraktion spricht von Sparen, verliert sich aber im Klein-Klein der Tagespolitik. Besonders ärgerlich ist, dass CDU-Räte wie Flöter, Maury und Hennings jahrelang von den zwei dauerschweigenden SPD-Räten Rohbohm und Hofstätter unterstützt wurden. Die SPD-Fraktion ist so gut wie Teil der CDU-Fraktion und nimmt auch an ihren Sitzungen teil.

Jahrelange Unterstützung gab es in dieser Sache auch von der UWG, die viele Gartower Bürger wählen, weil sie meinen, dass sie eine kritische Opposition ist. Die Entscheidung der UWG für den Ausbau der Wenslandtherme fand trotz des unseriösen Wirtschaftlichkeitsgutachtens nach "Bauchgefühl" statt.

Christian Järnecke ist für dieses sich anbahnende Finanzdesaster nicht verantwortlich. Er möchte entgegen den Vorgaben der CDU die schlechten Zahlen der Wendland-Therme monatlich veröffentlichen und ist sichtlich unglücklich über die finanzielle Situation der Samtgemeinde. Betrachtet man, wie sich derzeit die Atomkonzerne aus der Verantwortung für den Atommüll herrausstehlen, ist es unverantwortlich, sich weiter auf die Gorlebengelder zu verlassen. Deshalb ist eine sorgfältige Analyse der defizitären Ertragslage notwendig. Nur ein Gesamtkonzept zur Entwicklung der Samtgemeinde kann längerfristig helfen, eines Tages ohne die jährlichen 800000 Euro der Atomindustrie auszukommen. Auf Sicht fahren bringt es nicht.

↔Klaus Pohlandt,

Gartow

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