Online: 05.01.2016 - ePaper: 06.01.2016

Ein ziemlich geheimer Bus

Betrifft: Reise-Erlebnisse im Wendland

Eigentlich hatten wir gedacht, man müsste doch in den Hamburger Herbstferien auch mit dem Bus nach Laasche gelangen können. Und da unser Auto zwar für uns Großeltern, nicht aber für weitere drei heranwachsende Enkeltöchter plus Feriengepäck in der Größe ausreichte, suchten wir bei der Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn (DB) nach einer Verbindung von Hamburg nach Laasche und fanden für Hin- und Rückreise für die gewünschten Reisetage akzeptable Verbindungen - ohne jede Einschränkung.

Leider lief dann aber die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht so ab, wie sie laut Internet-Auskunft hätte stattfinden sollen. Bei Hin- und Rückfahrt fuhr der von der Auskunft genannte Bus nicht. Die Folge war, dass wir, statt die Umwelt zu schonen, über 200 Kilometer zusätzliche Transferfahrten unternehmen mussten (Laasche-Dannenberg und zurück, Laasche-Lüneburg und zurück), um dann schließlich mit dem bei der Vermieterin zwischenzeitlich gelagerten Gepäck zu zweit die Heimreise antreten zu können.

Die DB erklärte dazu kurz und bündig, es handele sich bei der von einem Subunternehmer betriebenen Buslinie Dannenberg-Gartow um einen "Ruf-Bus", den man spätestens zwei Stunden vor Abfahrt telefonisch bestellen müsse. Nun sollte sich eigentlich bei der DB herumgesprochen haben, dass die Information der Fahrgäste das A und O sein muss. Denn sonst handelt es sich eher um "geheime", kaum nutzbare Verkehrsmittel - und der Abschreckungseffekt solcher Unzuverlässigkeit ist nicht zu übersehen.

Von der DB war keine Erklärung zu erhalten, warum die offizielle Fahrplanauskunft so irreführend war. Es wäre doch schade, wenn die DB eines Tages diese letzte öffentliche Verkehrsverbindung in den Osten des Landkreises Lüchow-Dannenberg mangels Nachfrage streichen würde.

↔Hiltrud und Horst Bertram,

↔ Hamburg

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