Online: 15.01.2016 - ePaper: 16.01.2016

Gibt es alles schon

Betrifft: Schuldiskussion in Dannenberg

Frau Grüter-Hommerich zeigt mit ihrer privat finanzierten großen Anzeige in der EJZ vom 9. Januar deutlich ihr Engagement zur Schullandschaft in Dannenberg. Das verdient Respekt! Deutlich wird hier, wie viel Informationsbedarf im Vorfeld doch noch notwendig ist, wenn in einer Bürgerbefragung demnächst Familien für eine bestimmte Schulform in Dannenberg aussprechen sollen. Ich glaube auch, dass Kreistagsabgeordnete, die dann letztendlich entscheiden werden, ebenfalls Informationen brauchen, die inhaltlicher und pädagogischer und nicht rein politischer Natur sein sollten. Denn momentan scheint mir die Installation einer IGS in Dannenberg schlichtweg ein Politikum zu sein. Denn von der Sache her macht es keinen Sinn, eine ersetzende Schulform einzurichten, die letztlich alle anderen (bewährten) Schulformen verdrängt.

Keine Haupt- und Realschule mehr in Hitzacker? Keine Oberschule, kein Gymnasium mehr in Dannenberg? Keine gymnasiale Oberschule mehr in Clenze? Abitur nur noch ausschließlich in Lüchow? Das kann es nicht sein! Weder für die Bildung, noch für die finanzielle Situation des Landkreises (Schülerbeförderung!). Und es gibt sicher noch mehr Gründe, die gegen eine IGS in Dannenberg sprechen! Ob unsere Kreispolitiker schon ausreichend Informationen und Möglichkeiten, dies zu bedenken, bekommen haben?

Wir als Familie werden befragt werden, weil unsere jüngste Tochter derzeit gerade Grundschülerin in Breselenz ist, und wir damit zur Befragungszielgruppe gehören. Und wir werden uns für den Erhalt der derzeitigen Schullandschaft in Dannenberg und gegen die Installation einer IGS dort aussprechen! Nicht auch zuletzt deshalb, weil viele der pädagogischen Erkenntnisse und Überzeugungen, die an einer IGS üblich sind, bereits jetzt in den bestehenden Schulen bei uns umgesetzt werden. Dazu gehören unter anderem der gemeinsame Unterricht für Schüler mit unterschiedlicher Ausgangslage, unterschiedliche Schulabschlüsse an einer Schule (alleine am FRG können alle Abschlüsse der allgemeinbildenden Schulen gemacht werden), individuelles Fördern und Fordern (jede Schule hat bereits jetzt entsprechende Programme), Chancengleichheit für alle (spätestens durch den Wegfall der Schullaufbahnempfehlungen an den Grundschulen kann schon jetzt jedes Kind jede Schule besuchen und wird dann entsprechend individuell begleitet).

Das alles und noch mehr gibt es schon. Die Einrichtung einer IGS in Dannenberg würde das jetzige Angebot in Dannenberg eher einschränken als ergänzen. Denn alle anderen Schulen (inklusive der Oberstufe in Clenze) gäbe es mit einem Streich nicht mehr. Höhere Fahrtkosten für Kreis und Familien, falls dann andere Schulformen gewählt werden!

Und - ganz nebenbei - meine beiden großen Töchter (8. und 9. Klasse) gehen (soweit es denn Jugendlichen möglich ist) gerne aufs FRG - und sagen beide, sie würden es bedauern, wenn es ihre Schule einmal nicht mehr geben sollte.

↔Michael Ketzenberg,

↔Breselenz

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