Online: 19.01.2016 - ePaper: 20.01.2016

Für Hobby-Jäger ist immer Silvester

Betrifft: Tierschutz

Sie hören so gerne, wenn es knallt. Am 5. Dezember und am 9. Januar war es wieder soweit. Bewegungsjagd nennen sie das Theater, das sie veranstalten. Sie machen einen Lärm wie an Silvester. Doch die Trophäenjäger belästigen und bedrängen keine Frauen. Nein, sie jagen und schießen nur Tiere tot. Das machen sie auch nachts und sonntags. Jagen ist immer erlaubt. Der Wald dient eben nicht nur der Erholung, wie es im Gesetz steht, sondern er gehört den Waldbesitzern und Jägern. Der Wald ist die Schießbude der Nation. Jäger sind nach eigenem Bekunden Tierschützer. Und Tierschutz hat Verfassungsrang.

Tierschützer lieben Tiere. Warum jagen und töten sie da​nn Tiere? Weil sie Hunger haben? Nein, sagt der passionierte Jäger Professor Paul Müller: "Der Tötungsakt löst einen Kick beim Jäger aus, der ihn erzittern lässt" (Die Zukunft der Jagd, 2009). Das Zittern ist dann wohl eher die Sache der Nicht-Jäger. Theodor Heuss, der erste Bundespäsident Deutschlands, zur Jagd: "Jagd ist nur eine feste Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf​."​

↔Karl-Heinz List, Prezelle

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