Online: 22.01.2016 - ePaper: 23.01.2016

IGS sichert größeren Erfolg für alle

Betrifft: Leserbrief "Gibt es alles schon" von Michael Ketzenberg (EJZ vom 16. Januar)

Wer sich in der Öffentlichkeit so klar positioniert, sollte nicht mit Halbwahrheiten Stimmung machen, das ist nicht fair. Es gibt in Lüchow-Dannenberg keine staatliche Schule, in der Kinder mit unterschiedlichsten Ausgangslagen gemeinsam von der 5. bis zur 10. Klasse beschult werden, ohne sitzenzubleiben. Schüler einer Integrierten Gesamtschule (IGS) müssen nicht, wie an einem Gymnasium, in der 6. Klasse eine zweite Fremdsprache dazunehmen, was schwächere Schülerinnen und Schüler häufig überfordert. Es gibt eben an einem Gymnasium nicht Chancengleichheit für alle.

Wenn ein Gymnasium einen Hauptschulabschluss an einen Schüler vergibt, dann ist dem häufig Sitzenbleiben, Frustration, Leid vorangegangen, weil er das, was er hätte leisten müssen, nicht leisten konnte. An einer IGS wird jeder Schüler und jede Schülerin ihrem Leistungsvermögen entsprechend unterrichtet und gefördert. Dort kann ein "Hauptschüler" am Ende mit einem gymnasialen Abschluss die Schule verlassen. Dass eine IGS in Dannenberg nicht nötig sein soll, glaube ich erst, wenn mir eine Statistik vorgelegt wird, die aufzeigt, dass - sagen wir mal 20 Prozent - der mit einer Hauptschulempfehlung am Fritz-Reuter-Gymnasium (FRG) gestarteten Schüler ihr Abitur dort gemacht haben. Ich glaube eher: Es gibt keinen.

Eine weitere Halbwahrheit wird mit der Behauptung verbreitet, dass das Abitur in Dannenberg und auch in Clenze nicht mehr möglich sein wird, wenn das Fritz-Reuter-Gymnasium in Dannenberg geschlossen wird. Liebe "Gymnasial"-Eltern, es liegt doch an euch, ob die IGS eine gymnasiale Oberstufe bekommen wird. Wenn nach vier Jahren in allen Jahrgängen genügend Gymnasialkinder vorhanden sind, wird die Oberstufe genehmigt werden, die dann eine gemeinsame Oberstufe von KGS und IGS sein kann. Wenn Sie aber ihre Kinder woanders hinschicken, wird es eben keine Oberstufe und damit kein Abitur in Dannenberg geben.

Eine Schule zu bekämpfen, die einen größeren Schulerfolg für alle Kinder sichert, und nur das Interesse des eigenen "schlauen" Kindes im Blick zu haben, ist in meinen Augen egoistisch, unsozial und unchristlich.

↔Gaby Beyer, Zeetze

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