Online: 22.01.2016 - ePaper: 23.01.2016

Katze in der Schlagfalle

Betrifft: Einstellung von Jägern

Wir sind unendlich traurig! Am vergangenen Sonntagabend mussten wir unsere geliebte, erst zweijährige Hauskatze Saphira einschläfern lassen. Was war passiert? Wir hatten Saphira über Stunden nicht mehr gesehen. Da dieses Verhalten ungewöhnlich war, begannen wir verzweifelt, nach unserem Familienmitglied zu suchen.

Nach stundenlanger Suche vernahmen wir ein schmerzvolles Klagen vom benachbarten Grundstück. Wir fanden unsere Katze auf dem Strohboden eines Jägers. Saphira war in eine Schlagfalle geraten und litt sichtbar unter großen Schmerzen. Ihr Hüftbereich war zerschmettert. Sie war bereits stark geschwächt, da sie sich vermutlich seit Stunden in dieser Falle befand. Wir konnten Saphira nur unter großen Schwierigkeiten aus dieser Falle befreien und fuhren sofort zu einem Tierarzt. Dort konnte man nichts mehr für sie tun. Sie wurde von ihren Qualen erlöst. Dass Jäger Tiere töten müssen, ist uns bewusst. Aber dass sie von jeglicher Moral befreit sind, ist uns neu. Schlagfallen sind in Deutschland nach wie vor nicht verboten. Der Aufsteller muss nach unseren Recherchen über einen Jagdschein und einen Fallenschein verfügen. Die Fallen müssen bei der zuständigen Stelle angemeldet werden. Darüber hinaus müssen Vorkehrungen getroffen werden, die verhindern, dass nicht unter das Jagdgesetz fallende Tiere in die Falle geraten.

Trotz dieser Vorschriften passiert es immer wieder, dass auch geliebte Haustiere in diese Fallen geraten. Uns stellt sich jetzt die Frage, ob einem Jäger, der mit Schlagfallen arbeitet, sein Jagd- und Fallenschein nicht abgenommen gehört. Bis zum heutigen Tag hat der Jäger keine Worte des Bedauerns gefunden.

Marina, Volker, Aileen und Daniel Rühne, Gistenbeck

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