Online: 22.01.2016 - ePaper: 23.01.2016

Vielzahl von Studien nicht berücksichtigt

Betrifft: Artikel "Meyer erntete viel Kritik" (EJZ vom 18. Januar)

Die Mitgliederversammlung des Bezirksverbandes Dannenberg des Bauernverbandes in Breese in der Marsch am vergangenen Wochenende wurde laut EJZ "eine einzige mehrstündige Beschwerde über die Lage der Landwirte". Da mochte die CDU-Abgeordnete Karin Bertholdes-Sandrock nicht abseits stehen. "Sie reicherte die Liste der Beschwerden um weitere Punkte an, etwa Glyphosat", notierte die EJZ.

Die leidenschaftliche Trittbrettfahrerin - immer dann jedenfalls, wenn der Zug in die richtige Richtung fährt - gab zu Protokoll, dass es keinen wissenschaftlichen Nachweis für die Veränderung des Erbgutes durch Glyphosat gebe.

Das politische Leichtgewicht Bertholdes-Sandrock kennt offensichtlich nicht die Untersuchungsergebnisse der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC, die das Mittel als "wahrscheinlich krebserregend für den Menschen" einstuft.

Fremd scheint ihr offenbar auch die Diskussion darüber, dass das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Deutschland "offenbar systematisch" eine Vielzahl von Studien nicht berücksichtigt oder als nicht relevant abgetan hat.

Darunter vor allem solche, die dem Pestizid eine krebsfördernde Wirkung bescheinigen. Das dokumentieren übereinstimmend Die Zeit, FAZ, Spiegel, ARD und Süddeutsche Zeitung. Auch als Regionalpolitikerin sollte man besser informiert sein und vor allem mehr lesen.

Unabhängig davon wünsche ich der Abgeordneten, dass sie eines Tages nicht doch zu einem Glyphosat-Opfer wird.

↔Nicolaus Neumann, Gartow

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