Online: 29.01.2016 - ePaper: 30.01.2016

Waffenindustrie freut sich

Betrifft: Flüchtlingspolitik

Es wird viel diskutiert über die "Flüchtlingskrise". Sind die Menschen wirklich Kriegsflüchtlinge? Soll es eine Obergrenze geben? Können wir das Problem bewältigen? Und so weiter. Was weniger diskutiert wird, sind die Gründe, warum es überhaupt so viele Flüchtlinge gibt.

Für so eine Diskussion möchte ich hier gerne einen Ansatzpunkt bieten: Die 62 reichsten Menschen der Welt besitzen so viel wie die ärmere Hälfte der gesamten Weltbevölkerung, das sind etwa 3,7 Milliarden Menschen. Anders ausgedrückt hat einer dieser Reichen im Schnitt so viel wie 70 Millionen Arme. Einen ganz großen Teil ihres unermesslichen Reichtums verdienen diese 62 direkt oder indirekt mit Erdöl und Waffen. Dass nun ständig Kriege stattfinden in Gebieten, in denen nicht zuletzt auch Erdöl gefördert wird...

Deutschland ist übrigens Ölimportland und drittgrößter Waffenexporteur der Welt. Geht es bei dem Krieg in Syrien wirklich um Menschenrechte? Der Kampf gegen den Terror hat zuletzt vor allem Terror und Krieg gebracht, aber das muss Waffenproduzenten ja nicht stören. Die Angst vor Islamisierung und Terror helfen vielleicht sogar, für weitere Kriege gegen den Terror Zustimmung in der Bevölkerung zu bekommen. So gesehen ist die Masseneinwanderung der Flüchtlinge ja sogar wünschenswert - für die Waffenindustrie.

Klingt ganz schön verrückt, oder?

↔Andreas Süskow, Schnega

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