Online: 02.02.2016 - ePaper: 03.02.2016

Wie sich die Vorwürfe gleichen

Betrifft: Artikel "Zwei Fluchten" und Leserbrief "Asylanten haben ihr Land im Stich gelassen" von Paul Klußmann (beide EJZ vom 23. Januar)

In der EJZ berichtet die 82-jährige Elisabeth Klingelhöller aus Sallahn nach ihrer Flucht aus Ostpreußen von ihrer Ohnmacht, als der einheimische Bürgermeister ihre Familie beschimpfte, sie hätte feige ihre Heimat verlassen.

Zwei Seiten weiter erfahren wir aus einem Leserbrief über die heutigen "Tatsachen", dass "der größte Teil der sogenannten Asylanten aus jungen Männern besteht, die (... ), um nach Deutschland zu kommen, (...) ihr Land, die Armen, Frauen und Kinder im Stich lassen". Es ist verblüffend, wie sehr sich pauschale Vorwürfe gegen Flüchtlinge damals und heute bisweilen gleichen.

Gleich geblieben ist auch die Anmaßung mancher Ortsansässiger, besser als die eigentlich Betroffenen über deren Fluchtgründe Bescheid zu wissen.

Berthold Schüßler,

Hitzacker

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