Online: 04.02.2016 - ePaper: 05.02.2016

Integrative Gesamtschule punktet mehrfach

Betrifft: IGS-Diskussion in Dannenberg

Vor dieser Frage stehen alle Eltern irgendwann: Was für eine Schule wünschen wir uns für unsere Kinder? Wie soll ihr Leben nach der Kindheit, also in ihrer Jugend, aussehen? Diese Fragen sind eng miteinander verknüpft. Besucht unser Kind den ganzen Tag eine Schule, fährt es stundenlang mit dem Bus durch den Landkreis, hat es Zeit für Freizeit und Vereine, Hobbies und natürlich die Freunde und Familie?

In Dannenberg kommt zu dieser zugegeben schwierigen und schwerwiegenden Entscheidung so früh im Leben eines Heranwachsenden nun auch noch die Entscheidung dazu, ob man sich für eine Schule entscheidet, die es hier bis jetzt ja noch gar nicht gibt.

Wir alle kennen Schule, wir alle sind hingegangen, mehr oder weniger erfolgreich, und diese Erfahrung fließt natürlich in unsere Entscheidung mit ein. Habe ich erfolgreich ein Gymnasium besucht und danach ebenso erfolgreich mein Studium absolviert, wird dies ebenso auf die Wahl der zukünftigen Schule meines Kindes Einfluss haben wie ein weniger erfolgreicher Schulbesuch und eine schwierigere Karriere.

Was, oder besser gesagt wer in der momentan geführten Debatte nur am Rande vorkommt, sind doch unsere Kinder. Da wird von Standortfaktoren, Überalterung, wirtschaftlichen Bezügen und sogar von einem Zentralitätsfaktor gesprochen, aber nur selten von Lernmotivation oder Förderung aller Kinder. Das bedeutet Angebote zu machen, die Lernanreize schaffen und den Wissensdurst der Kinder anregen.

Die IGS, also die Integrierte Gesamtschule, ist die Schulform, die viele von unseren Vorstellungen verwirklicht. Sie kann hier folgendermaßen punkten: Zusammenfassen von verwandten Fächern, zum Beispiel naturwissenschaftlichem oder gesellschaftswissenschaftlichem Unterricht, dies ermöglicht komplexere Fragestellungen, die den Forscherdrang reizen. Des Weiteren bieten Wahlmöglichkeiten wie bilingualer Unterricht oder fachspezifische Vertiefungskurse sowie die Weiterarbeit in praktischen Fächern den Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Stärken und Schwächen zu finden, an ihnen zu arbeiten und sich so zukunftsfähig zu machen. Die Vorbereitung auf das Berufsleben, der die Berufsfindung vorausgeht, ist ebenfalls ein positives Argument für die Gesamtschule, ganz egal ob sich eine Ausbildung oder ein Studium anschließt. Was uns noch als sehr wichtig erscheint, ist das positive Selbstbild unserer Kinder. Ein Kind, das gelobt und unterstützt wird, lernt leichter, freudiger und lang anhaltender als ein unter Leistungs- und Zeitdruck stehendes. Dies zeigt uns die Erfahrung als Eltern zweier nun erwachsener Söhne mit der Hoffnung auf eine gute, offene und schülerorientierte Schule für unseren kleinen Sohn und seine Freunde.

Monika und Frank

Hagedorn, Bahrendorf

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