Online: 04.02.2016 - ePaper: 05.02.2016

Perspektive für Rückkehr bieten

Betrifft: Artikel "Zwei Fluchten" (EJZ vom 23. Januar)

Es ist dankenswert, dass die EJZ diese Gegenüberstellung gemacht hat, zeigt sie doch die starken Unterschiede auf. Die deutschen Flüchtlinge sind nach Kriegsende mit geringer Habe nach Westdeutschland gekommen, haben jahrelang in miserablen Behausungen gewohnt und sind noch teilweise angefeindet worden. Allerdings haben sie Deutschland wieder mit aufgebaut, beherrschten die deutsche Sprache (manchmal mit ostpreußischer Einfärbung) und haben dem deutschen Kulturkreis angehört.

Der syrische Flüchtling Mohammad ist in Deutschland in ein noch intaktes Sozialsystem gekommen und konnte den deutschen Rechtsstaat positiv kennenlernen. Nach seiner Schilderung ist Mohammed allerdings kein Normalfall. Seine Verwandten haben ihn unterstützt, er hatte entsprechende Schulbildung und auch eine arbeitsfreie Jugend.

Der überwiegende Teil der Flüchtlinge kann sich aber nicht in Deutschland als Hochtechnologieland integrieren, weil wir immer weniger einfache Arbeitsplätze anbieten können. Deshalb ist es sehr wichtig, dass der Zustrom gestoppt wird und den Flüchtlingen eine Rückkehrperspektive geboten wird.

Jeder Flüchtling kostet Deutschland etwa 15000 Euro pro Jahr. Von den Flüchtlingen werden horrende Summen an Schleusergeldern gezahlt. Die Bundeswehr will aufrüsten (etwa 130 Milliarden). Würde man dieses Geld nehmen und Investitionen in den Nahostländern direkt tätigen, wäre das eine sinnvollere Basis einer Unterstützung.

Voraussetzung wäre allerdings das Zurückkehren der Flüchtlinge. Kanzleramtsminister Altmaier faselt von der erfolgreichen Rückführung 2015 (fünf Prozent) und will die Flüchtlinge in Drittländer abschieben (welche Länder?).

Die deutsche Regierung zeichnet sich immer mehr durch chaotisches Verhalten aus. Wenn die Situation in Deutschland weiterhin so bleibt, würde ich mir den Eintritt eines Satzes von Kaiser Wilhelm wünschen: "Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche". Frau Merkel müsste den Satz abwandeln: "Ich kenne keine Deutschen mehr, ich kenne nur noch Flüchtlinge."

Norbert Bleck,

Neu Bellahn

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