Online: 08.02.2016 - ePaper: 09.02.2016

Die IGS bietet einiges besser

Betrifft: Leserbrief von Katharina Rohwedder "Viele positive Wirkungen" (EJZ vom 30. Januar)

Es lohnt sich, in diesem Zusammenhang die Schulentwicklung im Landkreis aus einer etwas höheren Perspektive zu betrachten. Von der einklassigen Volksschule auf dem Dorfe über Mittelpunktschule, Orientierungsstufe bis hin zum heutigen zweistufigen Bildungsangebot werden einige anhaltende Tendenzen erkennbar. Schulen konzentrieren sich an immer wenigeren Standorten. Die Teilhabe an Bildungsgängen zeigt, dass es seit den 70er-Jahren, wo noch 75 Prozent eines Schülerjahrganges die Volksschule (heute Hauptschule) besuchten, es heute den Trend zu immer höherwertigeren Abschlüssen und einer längeren Verweildauer im Schulsystem gibt. Es ist sichtbar, dass die peripheren Standorte immer weiter ausdünnen und immer mehr Probleme haben, ein umfassendes Bildungsangebot aufrecht zu erhalten.

In dieser Situation gewinnen bei den Eltern zunehmend Schulen wie eine IGS oder KGS an Attraktivität. Dort kann auf eine viel zu frühe Festlegung auf einen Bildungsgang verzichtet werden, dort können Grundschulklassen weiter gemeinsam beschult werden, dort können Bildungsgänge lange offen gehalten werden, dort kann eine individuelle Förderung stattfinden, und es kann die jetzt vorhandene Durchlässigkeit nach unten endlich durch eine nach oben ergänzt werden.

Eine IGS kann alles bieten, was ein zwei- oder dreigliedriges System bietet, nur einiges besser. Allerdings bietet das Gymnasium ein höheres Sozialprestige. Nur wenn es gelänge, die Dörfer wieder attraktiver zu machen und gleichzeitig die Geburtenrate im sehr erheblichen Maße zu steigern und wenn die staatlichen Kassen voll wären, könnte man wohnortnah mehr Schulen anbieten und dann vielleicht auch vom Gymnasium in Kapern träumen, damit die Schüler, wie Frau Rohwedder es wünscht, Fußball spielen statt Bus fahren können.

Ach ja, auf der Seite, von der sie ihre "Argumente" abgeschrieben hat, wird unten der überragende Wirtschaftlenker angeführt, der nur zu gerne nach Dannenberg käme, wenn man ihm einen Platz für sein Kind am Gymnasium garantieren kann.

Wie man hört, handelte es sich dabei um eine typische Facebook-Ente. Der will jetzt eine IGS für sein Kind.

↔Hellmut Albers,

↔Alt Tramm

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