Online: 08.02.2016 - ePaper: 09.02.2016

Narrenschiff Hitzacker

Betrifft: Fähranleger Hitzacker und Jeetzelkauf durch die Stadt Hitzacker (EJZ vom 27. und 28. Januar 2016)

In Hitzacker glaubt man, in einem Narrenschiff zu sitzen, wenn es um die Auslegung des Hafenvertrages zwischen der Stadt Hitzacker und der Hafen GmbH aus dem Jahre 2000 geht.

Wir erinnern uns: Im November 2011 hatte Kapitän Mertins (FDP) mit seinen Offizieren Guhl (UWG) und Wedler (INI) die Kommandobrücke bezogen, der Steuermann Fröhlich (INI) sollte die neue Besatzung zusammenhalten. Die vormaligen Schiffsführer Jastram, Schneeberg und Zühlke und ihre CDU/SPD-Crew wurden kurzerhand in Beiboote gesetzt und dümpeln seither mal backbord, mal steuerbord im Elbwasser. Immer wieder versuchen sie, ihre Enterhaken in die Planken des Rumpfes zu werfen. Der millionenschwere Tanker der Hafen GmbH schießt ständig seine Kanonenkugeln vor den Bug. Und die Verwaltung? Sie segelt in einer Barkasse immer im Wind, nie gegen den Strom und versucht das Bürgermeisterschiff auf die eine oder andere Sandbank zu lotsen. Sie rät der Besatzung, vor dem mächtigen Tanker zu kapitulieren. So auch in der Frage, ob denn der Tankerbesitzer eine Autofähre betreiben müsse oder nicht.

Wir erinnern uns weiter: Die EJZ vom 30. Juni 2008 berichtete, dass "die Stadt Hitzacker auf der rechten Seite der Elbe einen Anleger für eine Autofähre (zum Preis von 300000 Euro) bauen will." Der Ratsherr Fröhlich war damals noch in der Minderheitsgruppe und hatte am 26. Juni 2008 von dieser Investition abgeraten. Zu ungewiss der Nutzen, zu hoch die Investition. Doch die damalige Mehrheit von CDU/SPD winkte den Bau durch.

Jetzt, sieben Jahre später, ist der Anleger fertig. Und es stellt sich heraus, dass der Hafenbetreiber gar keine Autofähre ohne öffentliche Zuschüsse betreiben will. Dazu sei er nicht verpflichtet, weil davon nichts im Hafenvertrag stehe. Außerdem sei es eine Personen- und Lastenfähre. Mit Lasten seien nicht unbedingt Fahrzeuge gemeint. Aber für kleine Lasten, die per Hand oder mit dem Fahrrad zu befördern sind, hätte die Stadt nicht einen derartig teuren Anleger bauen müssen. Ein Fall für den Rechnungshof oder ein Satireblatt?

Achtung! Achtung! Volle Kraft voraus! Und hinein in die Jeetzelmündung! Fertig machen zur Übernahme! Denn das Wasserschifffahrtsamt will die Jeetzelmündung verkaufen. An wen? Ein Interessent hat schon an beiden Ufern seine Befestigungen errichtet und ist zur privaten Übernahme bereit. Doch die Gruppe Hitzacker wird auch hier gegensteuern und sich für den Erhalt öffentlichen Eigentums einsetzen. Übrigens: Im September ist Kommunalwahl. Mit Ihrer Stimme können Sie dafür sorgen, dass die Scharlatane in ihren Beibooten bleiben. Nur so kann ein klarer Kurs für Hitzacker gehalten werden.

↔Erhard Fröhlich,

↔Hitzacker,

↔Sprecher der Gruppe ↔Hitzacker ↔im Rat der Stadt Hitzacker

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