Online: 08.02.2016 - ePaper: 09.02.2016

Sterbende Landschaft

Betrifft: Artikel "Schande oder Gefahrenabwehr?" (EJZ vom 5. Februar)

Es ist nicht nachvollziehbar, mit welcher Brutalität im Landkreis den Bäumen zu Leibe gerückt wird. Denn jeden Tag muss ich mir die zerstümmelten Bäume und niedergemähten Hecken ansehen. Vergeblich blieben meine Versuche, mithilfe der Unteren Naturschutzbehörde diesem Treiben der Landwirte Einhalt zu gebieten. Diese Behörde verdient ihren Namen nicht. Sie setzt sich nicht für die Natur ein, sondern vertritt ausschließlich die Interessen der Landwirte. Diese hingegen sägen sich im wahrsten Sinne des Wortes den Ast ab, auf dem sie sitzen: Aufgrund der zunehmenden Trockenheit sah ich im vergangenen Frühjahr, wie die Erosion auf den Feldern in Form von großen Staubwolken voranschritt. Hecken und intakte Bäume würden das verhindern. Aber nicht nur das. Sie würden den Wasserhaushalt im Boden regulieren. Aber das ist ja nicht nötig. Warum gibt es Bewässerungsanlagen, die auch noch bei größter Mittagshitze - trotz Verbot - die Felder berieseln? Ich bin zutiefst empört darüber, wie mit stiller Zustimmung der Behörden - die ich auch noch mit meinen Steuern finanziere - unser aller Naturgut von Fauna und Flora systematisch zerstört wird. Denn wo sollen all die Vögel noch brüten, wenn sie aus ihren Winterquartieren zurückkommen, wo ist noch Schutz für Niederwild und Nahrung für Bienen? Ich wandere durch eine sterbende Landschaft.

↔Dr. Ulrike von Guretzky,↔Laase

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