Online: 22.02.2016 - ePaper: 23.02.2016

FRG-Angebot keineswegs "eingeschränkt"

Betrifft: Artikel "Initiative für IGS in Dannenberg: Elterninteresse wächst" (EJZ vom 2. Februar)

Der Artikel "Initiative für IGS in Dannenberg: Elterninteresse wächst" vom 2. Februar enthält eine Reihe von falschen Aussagen: Es wird behauptet, das Fritz-Reuter-Gymnasium sei in den vergangenen Jahren "immer kleiner" geworden. Dies ist falsch. Die Schülerzahlen schwanken von Jahrgang zu Jahrgang. Die Schülerzahlen in der gymnasialen Oberstufe wachsen. Aus der Drawehn-Schule Clenze sind künftig noch höhere Übergängerzahlen zu erwarten.

Die zweite Falschbehauptung: Das bestehende dreigliedrige System sei undurchlässig "und wenn, dann nur nach unten". Richtig ist: Schülerinnen und Schüler anderer Schulen (NBS, BVS, Freie Schule) wechseln in jedem Schuljahr zum FRG. Für eine Integration existieren am FRG vielfältige und stark individualisierte Fördermöglichkeiten: Förderunterricht, Förderangebot "Schüler helfen Schülern", Förderunterricht Deutsch als Fremdsprache, Spanisch als Neueinstieg in die zweite Fremdsprache für Wechsler von der Ober-/Realschule, Schnupperschüler aus der Klasse 10 (z. B. der NBS) im Unterricht der 9. Klassen, intensive Beratung ab Jahrgang 10 durch die Oberstufenkoordinatorin, grundsätzlich intensive Beratung versetzungsgefährdeter oder abgangswilliger Schüler sowie deren Eltern durch die Klassenlehrer.

Das Fächerangebot am FRG ist keineswegs "eingeschränkt". Die Oberstufe bietet vier von fünf möglichen Profilen (sprachlich, naturwissenschaftlich, gesellschaftswissenschaftlich und künstlerisch). Lediglich das Sportprofil fehlt. Das FRG steht damit vollkommen auf gleicher Höhe mit viel größeren Schulen. Angebote zur Berufsorientierung gibt es auch am FRG, zum Beispiel das 14-tägige, vom Fachbereich Politik/Wirtschaft begleitete Berufspraktikum in Klasse 10 oder das Seminarfach in der Kursstufe.

Die Oberstufenkooperation mit der KGS Clenze wird mit einer IGS keineswegs leichter. Das aktuelle Modell wurde von den damaligen Schulleitern vor dem OVG erstritten - gegen den Widerstand der Landesregierung. Eine Fortführung der Kooperation nach dem Ende des FRG wäre so gut wie ausgeschlossen.

Noch zwei Gedanken: Die Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule (GGG) ist eine Lobbyorganisation der Integrierten Gesamtschulen, deren Studien naturgemäß das belegen, was dem eigenen Interesse entspricht. Für eine Meinungsbildung wäre es also sinnvoll, auch die Gegenseite zu betrachten, vor allem die konkrete Problemstellung "IGS in Dannenberg", die bei der Diskussion bisher leider viel zu kurz kommt. Die Internetseite www.erhalt-frg.de bietet hierzu Informationen sowie einen Link zu der laufenden Online-Petition. Dort lässt sich das wachsende Interesse für den Erhalt des FRG und der vielfältigen Schullandschaft in konkreten Zahlen ablesen.

↔Wilhelm Bschor, Hitzacker

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