Online: 22.02.2016 - ePaper: 23.02.2016

Gleiche Chancen

Betrifft: Schullandschaft IGS ja oder nein

Im Landkreis existiert eine große Schulvielfalt. Jedes Kind kann die passende Schulform besuchen. Ich habe bis jetzt für sieben meiner Kinder die richtige Schulform finden müssen und bin froh darüber, bis jetzt die Wahl gehabt zu haben. So individuell wie unsere Kinder muss auch die Form der Beschulung sein. Es wäre in vielerlei Hinsicht ungünstig, bestehende Schulformen auslaufen zu lassen, um ein großes Schulzentrum zu gründen. Die Entscheidung muss bis in die kleinste Konsequenz durchdacht sein.

Was passiert beispielsweise mit den Sporthallen an den dann auslaufenden Schulen? Eine Beschulung der Kinder mit ADHS oder Autismus wird ohne Medikamentierung ab der Busfahrt zur Schule nicht mehr möglich sein. Für diese Kinder, es sind nicht wenige, sind kleine Klassen, kleine Schulen und kurze Schulwege wichtig. Inklusion muss möglich sein. Alle Kinder profitieren von diesen Aspekten. Sie können ihr Potenzial leben, und alle haben somit die gleichen Chancen. Busfahrten ab der 11. Klasse werden vom Landkreis nicht mehr übernommen. Welche Familie wird sich das Abitur bei rund 1000 Euro Fahrtkosten pro Jahr leisten können? Wie wird die Schulbeförderung in andere Landkreise geregelt, in denen es dann noch beispielsweise nur noch eine Realschule gibt? Wie viele Integrationshilfen werden mehr benötigt, für Schüler die zur Zeit dank kleiner Schulen keine Begleitung brauchen? Sind die Kollegien bereit für eine IGS, und kommen dann noch neue Lehrer in den Landkreis? Bis jetzt ist die Stellenbesetzung schwierig genug.

Das ist nur ein Bruchteil von Fragen und Konsequenzen, die sich aus einer Änderung der Schullandschaft ergeben. Ich bitte um einen verantwortungsvollen Umgang aller Beteiligten zum Wohl der Kinder unter Ausschluss aller politischen Interessen.

↔Heike Franz, Hitzacker

^ Seitenanfang