Online: 22.02.2016 - ePaper: 23.02.2016

Ein Faktencheck erforderlich

Betrifft: "Gymnasialer Blindflug" (EJZ vom 11. Februar)

Ich halte die IGS für die bessere Schule für Dannenberg, da ihre Konzeption für alle Schüler mehr Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Und es kann weiterhin hier Abitur abgelegt werden. Aber nun zu den Berichten und der Spalte "Ihre EJZ heute". Hier wird eine "faire und breit angelegte Berichterstattung" angekündigt. Recht so, die derzeitige Diskussion hätte schon seit einiger Zeit einen Faktencheck verdient. Ein paar besonnene und gründliche Mitmenschen nehmen sich die Zahlen zur Hand, leiten daraus sichere Prognosen ab, beschreiben wahrscheinliche Fortschreibungen und weisen Spekulatives zurück. Dann sammelt man Argumente für und gegen jede in Frage kommende Schulstruktur, ordnet diese und stellt sie gegenüber. In einem Lastenheft würden dann die Anforderungen an eine Schule dazu gestellt, und man schaut, welche Struktur den Anforderungen am nächsten kommt. Das wäre schön. Ist aber nicht so.

Jens Feuerriegel berichtet von einem "bemerkenswerten" Schreiben der Landesschulbehörde, dass nicht zur Sprache kam. Verwunderlich, denn die Verfechter des Gymnasiums lassen doch sonst keine Gelegenheit aus, der IGS etwas am Zeuge zu flicken. Dann kündigt er an, dass die EJZ den Inhalt in die Öffentlichkeit bringt. Im Kern werden Rechtsvorschriften zur Einführung der IGS und Untergrenzen von Schülerzahlen an staatlichen Schulen beschrieben. Daneben die Aussage der Kreisverwaltung "nach vorliegenden Schülerzahlen wird die Mindestzahl von Schülern für eine Oberstufe einer IGS auch perspektivisch erreicht". Im Artikel wird daraus ein "gymnasialer Blindflug und ein einziges Plädoyer für das Festhalten am bestehenden System". Weiter liest man in der EJZ "eine IGS in Dannenberg wäre zudem ein Sonderfall". Die Schulbehörde aber schrieb, dass heute nicht schon verbindliche Zusagen für Oberstufe an der IGS und die Kooperation mit Clenze geben kann und auch keinen Sonderfall für eine solche Festlegung vorab gegeben ist. Dass ein Gymnasium zugunsten einer IGS aufgehoben werden soll, ist insofern neu, da diese Möglichkeit erst seit Juni 2015 besteht.

Es wird in diesen Tagen das bestehende Schulangebot in recht rosigen Farben beschrieben. Es soll vieles abgefragt werden, was auch richtig ist, wenn es zu einer solideren Prognose führt. Aber sollte man nicht einmal abfragen, warum so viele Eltern aus dem Nordkreis ihre Kinder nach Clenze schicken, wohl wissend, dass sie ihnen die Busfahrt aufbürden?

Dass die Landesschulbehörde sich nicht zu Schülertransporten äußert, was die EJZ verwundert, liegt daran, dass dies eine Aufgabe des Kreises ist. Nach dem Artikel war mir nicht mehr klar, ob Jens Feuerriegel mit der Thematik überfordert ist oder seine tendenziöse Berichterstattung Methode hat. Er hat jedoch Recht, wir müssen aufpassen in dieser Debatte, es sind viele falsche Fünfziger unterwegs.

↔Hellmut Albers, Alt Tramm

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