Online: 26.02.2016 - ePaper: 27.02.2016

Miteinander statt gegeneinander

Betrifft: Leserbrief von Erhard Fröhlich "Narrenschiff Hitzacker" (EJZ vom 9. Februar)

Das ist schon in der Tat eine närrische Schiffslage auf der Elbe: Da gibt es Tanker, die mit Kanonenkugeln schießen, und kleine Beiboote, die Enterhaken schwingen - und das erwähnte Narrenschiff? Da bleibt ja nur das Schiff von Steuermann Fröhlich. Aber im Ernst: Mit Sorge betrachte ich die Entwicklung in unserer Stadt. Hier werden Feindbilder aufgebaut. Ja es wird fast schon Hass gepflegt - und das nicht erst kürzlich. Zur Erinnerung: Bereits 2007 forderte Steuermann Fröhlich: "Keine Förderung des privaten Projekts ,Hotel- und Hafenausbau'", und zwar eben unabhängig von den gesetzlichen Förderrichtlinien, das heißt, gefordert wurde letztlich die Diskriminierung einer Person. Ich habe als Sozialdemokrat vehement gegen diese Verletzung des Grundsatzes "Vor dem Gesetz sind alle gleich" Stellung bezogen. Die INI zog dann ihren Antrag erst einmal zurück. Leider hat sich die Richtung seitdem nicht geändert, ja eher verstärkt seit dem Wechsel auf der Kommandobrücke. Und zunehmend trifft man sich vor Gericht. Das mag zwar den Geldbeutel von Rechtsanwälten füllen, dem Klima in unserer Stadt aber schadet es. Darum hatte ich seinerzeit im Fall einer unklaren Zahlung aus dem Hafenvertrag (rund 100000 Euro) zwar hart die Rückzahlung verlangt (und 2009 erreicht), aber dem Wunsch von Peter Schneeberg entsprochen, das Geld für den Bau des rechtselbischen Anlegers zu verwenden, zu dem die Stadt nach dem Hafenvertrag sowieso verpflichtet war - und auf den Peter Schneeberg viel Wert legte. So verlor niemand sein Gesicht, und man konnte im Gespräch bleiben. Heute dürfte das bei den vielen Rechtsverfahren (nicht nur mit Peter Schneeberg) wohl nicht mehr möglich sein. Zu sehr bestimmen Feindbilder die Diskussionen. Das Gegeneinander siegte leider über das Miteinander.↔Dr. Karl-Heinz Jastram,

↔Hitzacker

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