Online: 29.02.2016 - ePaper: 01.03.2016

Weniger Aufträge an Baumfäller

Betrifft: Artikel "Jetzt sind auch die Pappeln weg" (EJZ vom 23. Februar)

Wiederholt sahen wir nun auf der EJZ-Titelseite (!) abgesägte Baumreihen, ebenso Berichte über reichlichen Holzeinschlag in unseren (unseren?) Forsten und "Rückschnitt"-Maßnahmen an Wegen und Flussläufen. Spätestens jetzt sollten die Zuständigen in Verwaltung und Verbänden, auch in den Räten, aufmerksamer werden. Sie sollten darauf dringen, vor dem Eingreifen die Diskussion und Abwägung derartiger Vorhaben auf eine breitere Basis stellen. Denn diese Maßnahmen sind in der Regel problematische Eingriffe in die Natur und vor allem in das Landschaftsbild. Und vielfach völlig unnötig.

Unsere Tourismusorganisationen werben heftig mit der intakten Natur und der naturräumlichen Vielfalt, eben der "Schönheit" des Wendlandes, eine "Welterbe"-Landschaft steht auf der Agenda. Es ist verwunderlich, warum von dieser Seite keinerlei Kommentar und Interesse in Sinne von Erhalt und Pflege, also vordringlich moderater Maßnahmen, dieser so gepriesenen Landschaft kommt.

Wird da allenfalls ein Klischee gepflegt? Dazu muss man nicht genauer hinsehen. Wem kann man empfehlen, auf den vielen unpassierbaren, von großen Maschinen zerfurchten Waldwegen die "schöne Natur" zu erwandern? Wem kann man plausibel machen, dass eine überschaubare Baumgruppe den Charakter des Naturschutzgebietes Maujahn "verdirbt"? Ein Baum ist in 30 Minuten niedergebracht, um groß zu werden und uns so zu erfreuen, braucht er vielleicht 100 Jahre. Von Seiten der Verantwortlichen braucht es mehr Sensibilität - und weniger Aufträge an die Baumfäller.

↔Klaus Feldhusen, Bösen

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