Online: 01.03.2016 - ePaper: 02.03.2016

Neid macht blind und endet in der Regel im Desaster

Betrifft: Artikel "Der nächste Kriegsschauplatz" (EJZ vom 22. Februar)

An dieser Stadtratssitzung habe ich als Zuhörer teilgenommen, und ich muss dem EJZ-Bericht dazu leider voll und ganz zustimmen. Der weitaus größte Teil der Sitzung wurde damit verbracht, krampfhaft Gründe zu finden, einen ihrer Ratsmitglieder (Peter Schneeberg) zur Kasse bitten zu können. Ich habe den Eindruck gewonnen, die "Gruppe Hitz-acker" hat die fast fünf Jahre seit ihrer Machtübernahme zu nichts anderem genutzt. Die Zeit hätte sicherlich effektiver und kreativer im Sinne unserer Stadt genutzt werden können. Außer Steuererhöhungen, und die sind nun mal nicht besonders kreativ, fällt mir nichts ein. Von der mit vielen Hoffnungen verbundenen Neugründung der Initiative für Hitzacker ist auch nicht mehr verblieben als eine weitere Initiative gegen Schneeberg. Zu den einzelnen Tagesordnungspunkten: Parkplatz "Techters Wiese": Seit Jahren wird dieser Platz vor allem von Tagestouristen genutzt. Die Stadt hat hierfür meines Wissens nichts bezahlt. Ab und zu müssen Papierkörbe geleert und Hundedreck entsorgt werden. Gäbe es diesen Platz nicht, wo sollte man parken? Und nun soll derjenige, der diesen Platz kostenlos zur Verfügung stellt, Entsorgungsgebühren zahlen? Wenn dieser Platz zum Privatplatz erklärt wird - na und - die Besucher können ja auch außerhalb Hitzackers parken. Die Fähr-Posse: Der Stadtrat ist tatsächlich mehrheitlich der Meinung, eine Autofähre wäre der Stadt Hitzacker dienlich. Ich denke, die Bewohner der Stadtinsel freuen sich schon heute über den stark zunehmenden Pkw- und Lkw-Verkehr und damit verbundener Luftverschmutzung und Straßenabnutzung. Das wird ein reiner Durchgangsverkehr. Anders als es bei den Fahrradtouristen der Fall ist, wird hier niemand übernachten oder die örtlichen Geschäfte und Restaurants aufsuchen. Der Höhepunkt in der Geschichte - koste es was es wolle - Hauptsache gegen Schneeberg wurde dann die Sachlage um einen eventuellen Verkauf des Jeetzelstücks zwischen Mündung und Drawehnertor-Brücke. Den Kaufpreis von 88600 Euro verteilte die Gruppe Hitzacker einfach mal auf zehn Jahre. Schon wird die mehr als leere Stadtkasse nur noch mit 8860 Euro im Jahr belastet. Zinsbelastungen entstehen also nicht. Vor allem aber fallen keine weiteren Kosten für Instandhaltung und für den Aufbau von Anlegekosten an. Der Investor des Sportboothafens hätte sich vorher von der Gruppe beraten lassen sollen. Er hätte Unsummen sparen können beim Aufbau seiner Anlage. Eine brauchbare Einnahmen- / Ausgabenrechnung existiert bisher nicht einmal im Ansatz. Eine Anmerkung zum Schluss: Neid ist ein schlechter Ratgeber. Er macht blind und endet in der Regel im Desaster.

↔Dieter Dombrowski,

↔Hitzacker

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