Online: 08.03.2016 - ePaper: 09.03.2016

Betrogene Menschen

Betrifft: Rechte Gewalt in Deutschland

Der Dresdner Uni- Professor Dr. Patzelt gab an der Uni ein Interviev über das fremdenfeindliche Gedankengut der Ostdeutschen, besonders im Raum Dresden. Es gefällt den Einwohnern nicht die ungeregelte Einwanderungspolitik, die die Bundesregierung führt. Alles sei auf die Ostdeutschen seit Jahrzehnten hereingebrochen. Erst mussten sie die Wessis ertragen und nun das. Dr. Patzelt greift da schlicht zu kurz. Die ausländerfeindliche Problematik der Ostdeutschen ist tiefergründig und geschichtlich zu begründen.

Mehr als 40 Jahre existierte der Unrechtstaat DDR. Die Menschen wurden durch Zäune, Minen und Selbstschussanlagen an der Flucht gehindert. Viele haben es dennoch versucht, und einige sind dabei umgekommen. Im Lande selbst durfte die Bevölkerung nicht ihre Meinung öffentlich kundtun. Verhaftungen durch die Staatssicherheit mit Folter waren dann die Folge. Die Polit-Regierung holte Vietnamesen als Arbeitskräfte ins Land, andere durften studieren. Diese Menschengruppe genoss Bevorzung gegenüber der Bevölkerung. Die Ausländerfeindlichkeit hat hier ihren Ursprung. Nach der Massenflucht 1989 in Ungarn und den darauf folgenden diplomatischen Bemühungen von Politikern in Ost und West gelang es, dass die Grenze fiel. Danach erkannte und erfuhr die Bevölkerung zudem, dass die Mitglieder des Polit-Komitees in Saus und Braus lebten. Die Menschen sind durch die Regierung betrogen worden. Es scheint sich für die Ostbevölkerung alles Gewesene zu wiederholen, daher der Protest.

Erinnert sei zudem hieran: 1992 brannten in Rostock-Lichtenhagen Wohnungen von Vietnamesen - angesteckt durch die ostdeutsche Bevölkerung. Auch die Polizei hat dort weggeguckt. Nach der Wende hätten in den allgemein und berufsbildenden Schulen die Zusammenhänge des Unrechtstaates DDR aufgearbeitet werden müssen. Was leider nicht geschah. Zu spät ist es nicht, es wird allerdings höchste Zeit.

↔Jürgen Hempel

↔Lüneburg

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