Online: 18.03.2016 - ePaper: 19.03.2016

Militärisches Denken tief verwurzelt

Betrifft: Artikel "Land würdigt Auslandseinsätze" (EJZ vom 3. März) und Artikel "Truppe bekämpft Fluchtursachen" (EJZ vom 4. März)

Der Einsatz von Soldatinnen und Soldaten in Krisengebieten in aller Welt mag ja respektabel sein. Ob das aber einen Festakt im Landtag rechtfertigt, bleibt für mich eine große Frage. Und die Bemerkung des Landtagspräsidenten, dieser sei von hoher symbolischer Bedeutung, zeigt mir: Das militärische Denken ist in Deutschland immer noch tief verwurzelt, und die Ergebnisse militärischen Eingreifens werden nach wie vor überschätzt - trotz vieler bitteren Erfahrungen in den vergangenen Jahren. Da müssen zur Rechtfertigung sehr vage und unrealistische Begründungen herhalten.

Von wem wird eigentlich unsere Sicherheit und Freiheit bedroht? Wenn die IS gemeint sein sollte, so weiß man doch, dass ihr eher neuer Zulauf beschert wird. Nur ein Austrocknen der ideologischen Attraktivität für junge Leute und ein finanzielles "Aushungern" kann die IS tatsächlich eindämmen. Und es ist schon ziemlich kühn, auch noch zu behaupten, die militärischen Einsätze dienten auch der Bekämpfung von Fluchtursachen. Die Flüchtlinge wollen doch meistens dem kriegerischen Geschehen entfliehen. Was muss noch alles geschehen, dass die Kräfte, die mit zivilen Mitteln intervenieren, gewürdigt werden? Auch in Syrien und in der Ukraine gibt es sie bereits.

Sorry, dass relativ oft ein Leserbrief zu diesem Thema erscheint. Aber solange von Rüstung, Militär und dergleichen berichtet wird, kann ich nicht anders als auf den Irrtum hinzuweisen, militärisches Denken sei normal und führe zum Erfolg.

↔Ewis Storck, Belau

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