Online: 24.03.2016 - ePaper: 25.03.2016

Militante Sprache in denMedien allgegenwärtig

Betrifft: Joachim Zießlers Kommentar "Gestählt in der Schlacht um ihre Ehre" (EJZ vom 10. März)

"Die Schlacht um ihre Ehre hat Ursula von der Leyen gewonnen. Das wird sie stählen für ihre Aufgaben abseits der Hardthöhe", kommentiert Herr Zießler das Urteil in dem Plagiatsverdacht der Doktorarbeit der Ministerin. Ihre "Vorwärtsverteidigung" habe ihr diesen "Sieg" gebracht. Mir fällt es schwer, "Vorwärtsverteidigung" nicht mit Angriff zu übersetzen, und ich bekomme Vorahnungen, wie unsere Vorwärtsverteidigungsministerin ihre "Aufgaben abseits der Hardthöhe" angehen wird, zumal sie bereits beschlossen hat, in den kommenden Jahren 130 Milliarden in die Bundeswehr zu investieren.

Herr Zießler schreibt dann noch von "Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit" als "Ethos" der konservativen Klientel der Union. Und wer diesen "mit Füßen tritt", wie zu Gutenberg, der "verletzt die Seele des Konservatismus", denn bei der Doktorarbeit zu täuschen ist kein Kavaliersdelikt. Ein Kavaliersdelikt ist für den Konservatismus scheinbar eher, wenn man Parteispenden von Waffenhändlern in bar einstreicht und illegal verbucht, wie Wolfgang Schäuble. Da kann man trotzdem Bundesfinanzminister für die Union sein und zu den beliebtesten Politikern zählen.

Ich habe ehrlich gesagt Angst, dass, wenn der Artikel 26 des Grundgesetzes - Von deutschem Boden darf nie wieder ein Krieg ausgehen - weiter mit Füßen getreten wird, dann bald nicht nur die Opfer der Kriege zu uns kommen, sondern der Krieg selbst. Die Feindbilder und die militante Sprache in den Medien sind jedenfalls schon mal allgegenwärtig.

↔Andreas Süskow, Schnega

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