Online: 31.03.2016 - ePaper: 01.04.2016

Nur eine Oligarchie

Betrifft: Wahlerfolge der AfD

Wie schon früher Frau Merkel durch Putin, wurde kürzlich Herrn Gauck in China eine Abfuhr zuteil, als von beiden Persönlichkeiten in ebenso taktloser wie überheblicher Weise der Versuch unternommen wurde, Unterricht darüber zu erteilen, was als Demokratie zu gelten habe. Die Erwiderung lautete in beiden Fällen, die Betreffenden sollten sich erst dazu bequemen, in Deutschland die Demokratie zu verwirklichen.

Diese Zurechtweisungen erfolgten zu Recht, denn das bestehende System verdient lediglich die Bezeichnung Oligarchie. Das wird in jüngster Zeit erneut deutlich, wie mit den Wahlerfolgen der AfD umgegangen wird. Alle Register einer wüsten Medienverunglimpfung wurden gezogen und die aus der Mottenkiste hervorgeholten Standardphrasen über die böse Vergangenheit, vorgeblichen Rechtsextremismus - von dem gerade die AfD meilenweit entfernt ist - und so weiter mit erhobenem Zeigefinger zwecks Einschüchterung der Massen ins Treffen geführt.

Wenn zum Teil über 24 Prozent Wählerstimmen sich überraschend von den Systemparteien abwenden, so hätte eine wirkliche Demokratie diese Tatsache ohne beleidigende Ausfälle schlicht und einfach zu akzeptieren und zu respektieren, anstatt die dieses Ergebnis repräsentierenden Bevölkerungsteile durch eine würdelose Verunglimpfung quasi aus der menschlichen Gesellschaft auszustreichen.

In einer Demokratie müssen die Inhaber der Macht jederzeit bereit sein, diese Macht widerspruchslos abzugeben, wenn sich der Volkswille wandeln sollte. Ein flüchtiger Blick auf die Reaktionen in den Lizenzparteien und den von ihnen abhängigen Kreise sowie den dienstbaren Medien zeigt, wie sehr die oben aufgeführten Antworten des Auslandes zurecht erfolgt sind.

Klaus Baade,

Lüchow

^ Seitenanfang