Online: 31.03.2016 - ePaper: 01.04.2016

Tohuwabohu auf Radwegen

Betrifft: Abbau von Radwegschildern

Ja, sind denn der ADFC und die Straßenverkehrsbehörde von allen guten Geistern verlassen? Meine Frau und ich bereisen ganz Deutschland und Nachbarländer seit Jahrzehnten mit dem Tandem und kommen durch unzählige Dörfer sowie kleine und große Städte. Und wir freuen uns jedesmal, das blaue Schild zu sehen, das uns erlaubt, die Fahrbahn zu verlassen. Nun also sollen solche Schilder innerorts entfernt werden. Wir fühlen uns auf der Fahrbahn zwischen Autos keineswegs sicherer. Dass wir an Einmündungen und Hofausfahrten besonders aufmerksam sein müssen, versteht sich von selbst. Auf meine Anfrage beim Fachdienst Verkehr erhielt ich die kuriose Antwort, dass ich ja weiterhin auf dem straßenbegleitenden Geh- und Radweg fahren könne, auch wenn die Schilder weg seien. Die Polizei würde das akzeptieren. Selbst wenn's so wäre, höre ich schon das rechthaberische Gemecker von Passanten: "Das ist hier kein Radweg!" Und dann die Rechtslage: Wenn ich nun von unvorsichtigen oder rücksichtslosen Autofahrern geschnitten werde und es kommt zu Unfall, was ist dann noch der nette Rat der Verkehrsbehörde wert? Vom ADFC erfuhr ich, dass man an Schilder denkt, die es den Radahrern freistellen, den ehemaligen Radweg auch dann zu benutzen, wenn die alten Schilder entfernt sind, oder auf der Straße zu fahren. Na, wenn das mal was wird! Wir jedenfalls werden auch in Zukunft den Radweg benutzen.

Dr. Ulrich Schröder, Clenze

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