Online: 31.03.2016 - ePaper: 01.04.2016

Nazikeule wirkt nicht mehr

Betrifft: Leserbrief des Herrn Klaus-Peter Dehde „Grenzt an Verharmlosung und Täuschung“ (EJZ vom 19. März)
Offensichtlich ist der Frust über die katastrophalen Stimmenverluste der SPD am Wahlsonntag, 13. März, beim Herrn SPD-Unterbezirksvorsitzenden Klaus-Peter Dehde aus Neu Darchau gewaltig. In einem verbalen Rundumschlag meint er, mich und zugleich den Chefredakteur der EJZ sowie Samtgemeindebürgermeister Jürgen Meyer und die AfD-Mitglieder/Wähler dafür abwaschen zu müssen. Mir kann er mit dem Zerrbild, das er von mir zeichnet, nicht schaden.
Seit 35 Jahren bin ich in Lüchow-Dannenberg ehrenamtlich tätig, nicht nur auf der kommunalpolitischen Ebene. Das findet kreisweit Anerkennung. Fürchtet Herr Dehde, dass diese Anerkennung der SPD bei der Kommunalwahl im September schaden könnte? Das wäre nachvollziehbar.
Nicht zu akzeptieren ist, dass er mich, die AfD-Mitglieder und die AfD-Wähler mit diffamierenden und verlogenen Behauptungen stigmatisieren möchte. Weder die AfD-Mitglieder noch ich haben ein Weltbild aus der Zeit des Kaiserreiches. Weder ich noch die AfD-Mitglieder hängen einem verheerenden wirtschaftlichen Nationalismus an. Wir pflegen auch nicht eine bedrohliche Nähe zu Nazis. Im Gegensatz zu Herrn Dehde habe ich persönlich viel Leid erfahren müssen, als Folge der zwölfjährigen NS-Gewaltherrschaft. Das macht gegen Extremismus jedweder Art immun.
Inzwischen weiß die politische Klasse in Deutschland, dass die „Nazikeule“ zur Ächtung des politischen Gegners nicht mehr wirkt. Ob diese Erkenntnis auch bald in Neu Darchau verinnerlicht wird?
Ich empfehle Herrn Dehde das Interview (21. März) in der Braunschweiger Zeitung über die AfD mit dem Herrn Landtagspräsidenten Busemann ("Die Masse der AfD-Wähler ist nicht radikal"). Mein Kontrahent wird doch nun wohl nicht behaupten wollen, dass der Landtagspräsident eine bedrohliche Nähe zu Nazis zeigt.
Wilhelm von Gottberg, Schnega,
Mitglied im Landesvorstand der AfD Niedersachsen

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