Online: 05.04.2016 - ePaper: 06.04.2016

Geschnippelt, gesägt, gekappt

Betrifft: Artikel "Neuer Ärger um Birkenallee" (EJZ vom 24. März)

Es sieht so aus, als wären die Birken bei Breese im Bruche "unrechtmäßig" gefällt worden. Ein Ereignis, welches es bis in die Zeitung geschafft hat, vermutlich wegen der verwaltungstechnischen Differenzen. Ansonsten ist die Art und Weise des Umgangs mit unseren holzigen Weltmitbewohnern nicht so sehr der Rede wert. Der Mensch hat sich an alljährliche Holzrazzien in den Wäldern gewöhnt.

Da dröhnt und kracht es, und bei wieder eingekehrter Ruhe kann man besichtigen, wie ein bis drei Leute mit einem Harvester und Motorsägen den (meistens) Wirtschaftswald umgestalten können. Sehr zur Freude von Touristen, welche es auch von Herbst bis Frühling im Wendland gibt, dürfen diese dann durch eine Mondlandschaft auf von dicken Reifen völlig zerfahrenen Wegen herumhüpfen, wenn sie denn noch Lust dazu haben. (Erlebt in Hitzacker gegenüber der Jugendherberge). Aber es muss ja Kasse gemacht werden, wenn der Holzpreis gut ist.

Gilt das auch für die ebenfalls alljährlich ausufernden Aktivitäten der kommunalen Baumverstümmelungs-Brigaden? Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die abgesägten, dann geschredderten Äste als Mulch verkauft werden und je mehr Äste... Denn es ist sehr oft nicht nachvollziehbar, nach welchen Kriterien an den Bäumen herumgefuhrwerkt wird.

Da wird geschnippelt, gesägt und gekappt, dass nachher fast nur noch der freie Himmel zu sehen ist. Aber im Sommer, wenn die Sonne von oben bruzzelt, wollen die Menschlein alle Schatten haben.

Es hat den Anschein, als wären Bäume für die Mehrheit der Menschen nur Brenn- und Bauholzlieferanten. Das von uns erfundene Wort sagt es: Nutzholz, wie wir auch Nutzvieh haben. Gibt's den Nutzmenschen schon? Kommt noch, denn wir brauchen Organlieferanten.

Dojan R. Pahl,

Hitzacker

^ Seitenanfang