Online: 05.04.2016 - ePaper: 06.04.2016

Der Einzelne geht darin unter

Betrifft: IGS-Diskussion

Wie happy waren die Absolventen einer IGS, als sie feststellten, dass ihre Abschlüsse, Abi und Realschulabschluss, an der Uni für ein Studium und beim Handwerksbetrieb für eine Lehrstelle gegenüber den Abschlüssen an konventionellen Gymnasien und Realschulen nicht mithielten, obwohl diese sogar besser waren?

Die Befürworter einer IGS betrachten die langen Anfahrtswege in DAN nach Clenze zur KGS und halten diese für nicht zumutbar. Gleichzeitig halten sie die langen Wege für zumutbar, die bei der Einführung einer IGS in Dannenberg für die Schüler entstehen, die für ihr Abi von Neu Darchau, Schnega, Clenze, Schnackenburg und so weiter nach Lüchow fahren müssten, da es mit dem Wegfall des FRG auch die Nebenstelle in Clenze nicht mehr geben würde. Akzeptabel ist aus Sicht der Befürworter auch der zusätzliche Schulweg von Hitzacker nach Dannenberg, da die BVS in Hitz-acker geschlossen würde. Wir haben Glück, das Lüchow zentral liegt.

Individuellfördern

Bei den Befürwortern der IGS wird diese gern mit der KGS Clenze verglichen. Es handelt sich aber um sehr unterschiedliche Schulen. In der IGS stehen die gemeinsame Beschulung starker und schwacher Schüler und die Integration benachteiligter Schüler im Vordergrund, Inklusion. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, und Leistung muss individuell gefördert werden, damit Menschen zu Leistungsträgern werden. Warum trainieren die Fußballer des FC Bayern nicht in Hitzacker beim TSV? Spätere Leistungsträger der Gesellschaft müssen bereits in der Schule lernen, Entscheidungen zu treffen, und sich ein breites, fundamentiertes, naturwissenschaftliches Grundwissen aneignen. Ein Fach Naturwissenschaften (Physik, Chemie, Bio) für ein, zwei Jahre reicht da nicht. Die Wirtschaft, speziell das produzierende Gewerbe und das Handwerk, braucht Menschen, die noch wissen, dass Mathe was mit Rechnen zu tun haben könnte, und die wissen, dass Physik mehr ist als nur ein Begriff.

Eltern sollenentscheiden

In meinem Umfeld kenne ich niemanden aus dem Handwerk und der Industrie, der einen IGS-Absolventen bevorzugen würde. Große und mit leistungsmäßig stark unterschiedlichen Schülern durchwachsene Klassen waren noch nie leistungsfördernd. Der Einzelne geht darin unter. Entscheiden sollten immer die Eltern und nicht die Lehrer.

Ralf Prahler,

Karwitz

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