Online: 08.04.2016 - ePaper: 09.04.2016

Gaspreise runter

Betrifft: Heizen mit Öl um 40 Prozent günstiger als mit Gas (EJZ-Onlinemeldung vom 26. März)

Endlich greift die Presse (dpa-Meldung) einen Tatbestand auf, dessen Ungerechtigkeit schon lange zum Himmel schreit: Aus nicht immer nachvollziehbaren und schon gar nicht immer guten Gründen wurden vor mehr als 30 Jahren die Preise für Heizgas an den Preis für Heizöl gebunden. Das führte im Verlauf der Zeit dazu, dass die Gaspreise mit schöner Regelmäßigkeit angehoben wurden, ohne dass "die Ware Gas" tatsächlich und kalkulierbar so teuer hätte sein müssen. Einzig und allein die Energieriesen - das sind die, die schon ihre Abfallkosten durch die Allgemeinheit bezahlen lassen - haben an diesem Deal verdient und satte Gewinne eingestrichen.

Seit nunmehr fast zwei Jahren geht der Heizölpreis kontinuierlich nach unten. Wer nun aber glaubt, der Gaspreis würde, zeitlich verschoben, nachziehen, der irrt. Uns wird vorgegaukelt, die Konzerne hätten Langzeitverträge, die sich in diesem Fall negativ für den Verbraucher auswirken. Allerdings ist von den Langzeitverträgen dann nicht die Rede, wenn die Preiskurve für Öl nach oben zielt, dann sind Gaspreiserhöhungen postwendend zu erwarten.

Unser Wirtschaftsminister Gabriel möchte ja unbedingt etwas für "den kleinen Mann" tun, uns Normalbürger also entlasten. Sei's drum: Hier wäre eine gute Gelegenheit, die Last der Gasverbraucher spürbar zu reduzieren! Man kann sich allerdings des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die Politik in diesem Fall elegant zurückhält. Schließlich hat man viel Verständnis für die "armen" Energiekonzerne, die ja wegen des Atomausstiegs nichts mehr verdienen und schon bald am Bettelstab gehen müssen.

Umso mehr sollte die veröffentlichte Meinung diesen Sachverhalt aufgreifen und ein bisschen mehr Druck auf Politik und Stromriesen ausüben.

Hans Hertel, Gartow

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