Online: 08.04.2016 - ePaper: 09.04.2016

Wolf verändert Jagd in der Göhrde

Betrifft: Artikel "Jagd in der Göhrde verändert sich" (EJZ vom 19. März)

Jagd in der Göhrde verändert sich - präzise ausgedrückt hieße es: Wolf verändert Jagd in der Göhrde und mit ihm das Wild.

Unverständlich, die Unruhe, die der Wolf in den Köpfen derer verursacht, die ihn als "Leuchtturm" und "Leittier" unserer Wälder herbeigebetet haben. Das "große Fressen" der Wölfe war vorprogrammiert und hat nicht erst seit gestern mit geballter Wucht begonnen. Alle Wildtiere sind massiv betroffen - das Jungwild und mit ihm die säugenden Muttertiere - die Setzzeit wird in Kürze beginnen...

Das artgerecht gehaltene Nutzvieh - Schafe, Rinder, Kühe und Pferde im Grünen - Ade! Die Maßnahme, das genetisch herausragend wertvolle Muffelwild zu schützen, griff entschieden zu spät. Der Wolf wird in Kürze auch den Restbestand vernichtet haben. Das faszinierend schöne Wildschaf - einem pervertierten Naturschutz geopfert.

Das Damwild, schon jetzt drastisch in Mitleidenschaft gezogen, ist bald für den Waldbesucher nicht mehr erlebbar. Das Reh als Hauptbeute des Wolfes leidet extrem. Übrigens, Herr Forstdirektor Barge: Wald und Wild waren bisher eine Einheit und symbiotisch miteinander verbunden. Die "Verbissinventur", von der seriösen Wissenschaft als nicht zielführend, unseriös und tendenziös abgelehnt, ist als "Gutachten" in dieser From abzuschaffen - der Mehltau der Ideologie wiegt zu schwer. Holzeinschlag in Steuerzahlers Wäldern übers ganze Jahr, gekoppelt mit der Versiegelung ganzer Flächen mit Holztransportstraßen schadet uns allen. Flora und Fauna ersticken an diesen brachialen Eingriffen. Unsere Wälder singen nicht mehr - sie weinen...

Reinhard Heck, Hitzacker

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