Online: 08.04.2016 - ePaper: 09.04.2016

Wie ein Stroboskop-Blitz in der Diskothek

Betrifft: freies WLAN in Dannenberg

Mit viel Engagement und Einsatz haben einige Aktive in Dannenberg ein freies WLAN-Netz installiert und das Städtchen somit touristisch und auch für Einheimische attraktiver gemacht, was eine gute Sache ist. Was mir bei der Thematik allerdings fehlt, ist die Auseinandersetzung mit dem gesundheitlichen Aspekt der elektromagnetischen Strahlung. Darüber nun etwas zu schreiben ist höchst riskant, wird man doch schnell als hinterwäldlerischer Öko verschrien. Ich tue es trotzdem und möchte auch einmal die andere Seite des so praktischen WLAN beleuchten.

WLAN (wireless local area network, zu deutsch: drahtloses lokales Netzwerk) basiert - ähnlich wie Handys - auf gepulster Mikrowellenstrahlung. Das heißt, die Wellen sind ähnlich einem Stroboskop-Blitz aus der Disko, nur nicht im sichtbaren Bereich. Diese haben fraglos Auswirkungen auf den menschlichen Organismus, funktioniert dieser doch auch mit elektrischen (Nerven-)Impulsen. Als erste entdeckt haben diesen Zusammenhang nicht technikfeindliche, weltfremde Esoteriker, wie viele jetzt bestimmt denken, sondern die Bundeswehr. An deren Münchener Universität hat Professor Käs schon vor der Jahrtausendwende eindeutige und reproduzierbare Effekte derartiger Strahlung auf den menschlichen Körper nachgewiesen. Veränderungen im EEG, Verklumpung der roten Blutkörperchen ("Geldrollenbildung"), Öffnung der Blut-Hirn-Schranke und Blut-Plazenta-Schranke für Schadstoffe, um nur einige zu nennen.

Etliche Institutionen haben auf diese und folgende ähnliche Untersuchungen reagiert. So empfiehlt die Bundesregierung, "die persönliche Strahlenexposition durch hochfrequente elektromagnetische Felder so gering wie möglich zu halten, d. h. herkömmliche Kabelverbindungen zu bevorzugen". Die Stadt Frankfurt und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft lehnen WLAN wegen der Strahlenbelastung für alle Frankfurter Schulen ab. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, den Einsatz von WLAN am Arbeitsplatz und Zuhause zu vermeiden. Der Bildungsausschuss des bayrischen Landtags appelliert an Schulen, auf kabelgebundene Netzwerke zurückzugreifen.

Nun ist WLAN generell nicht mehr so einfach aus der Welt zu schaffen, gibt es doch zu viele Leute, die sich an die Vorzüge gewöhnt haben. Es gibt jedoch Möglichkeiten, die Strahlung zu reduzieren. Die Sendeleistung der Router kann meistens reduziert werden, die Geräte können nur nach Bedarf eingeschaltet und nachts generell ausgeschaltet werden. Eine Alternative für Cafés, Kneipen, etc. kann z.B. dLAN sein, wo durch einfache Geräte eine Internetverbindung über das Stromnetz hergestellt werden kann, ohne Extra-Installation von Kabeln. Dann können Laptops über die Steckdose am Kneipentisch vernetzt werden.

Das Thema ist leider zu komplex, um hier angemessen diskutiert zu werden. Für weitere Beschäftigung damit empfehle ich die Internetseiten des Münchener Umweltinstituts, des Verbandes der Baubiologen und der Bürgerwelle.

Oliver Rausch,

Baubiologe,

Krummasel

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