Online: 14.04.2016 - ePaper: 15.04.2016

IGS wohl kaum ein Modell für Dannenberg

Betrifft: IGS-Information in Dannenberg

Ich war als Besucher zur Infoveranstaltung des FRG Dannenberg zum Erhalt der Schullandschaft und am 8. April zur IGS-Infoveranstaltung. Der Unterschied war: Bei der FRG-Veranstaltung traf ich, nach meinem Wissen, auf eine etwa 50:50-Mischung aus Lehrern und Eltern, die sich sachlich mit den gegenwärtigen Möglichkeiten auseinandersetzen. Zu der IGS-Infoveranstaltung lud die GEW, man wurde eingangs von deren Fahnen begrüßt. Anwesend waren mehrheitlich Lehrer, einige Kommunalpolitiker (pro IGS), wenige Eltern, die meisten davon sah ich vorher auch im FRG. Eine anwesende Dame erklärte mir, dass zeitgleich viele Eltern auf dem Fußballplatz anzutreffen wären.

Die begrüßende GEW-Dame, mir unbekannt, eröffnete mit einer fulminanten Boykotterklärung des bestehenden Schulsystems und damit, dass es Zeit für Veränderung wird. Dann stellte der Gast aus Göttingen seine Vorzeigeschule vor. Vor 40 Jahren als Projekt der Uni-Göttingen geplant und komplett neu gebaut. Die Uni Göttingen betreut und begleitet diese Schule noch heute. Permanent sind zehn Praktikanten der Uni in dieser IGS, hinzu kommen Referenten, Bachelorkandidaten und Sonstige. Projekte (IT usw.) werden von der Uni betreut. Klassenstärke 30 Schüler, bestehen aus fünf Tischgruppen mit je sechs Schülern. Jede Gruppe setzt sich aus drei Gymnasiasten, einem Haupt-, einem Real- und einem Sonderschüler zusammen, durchgängig über die ganze Zeit. Sitzenbleiben gibt es nicht. Lehrer werden nur eingestellt, wenn sie proaktiv das System tragen. Eltern der Schüler haben verpflichtend zu unterschreiben, sich viermal pro Jahr mit der Tischgruppe, den Eltern und den Lehrern zu treffen und mitzugestalten. Machen Lehrer oder Eltern das nicht, bleiben diese halt draußen, also knallharte Auswahl.

Der Schulleiter macht deutlich, dass das erfolgreiche Konzept nur in der Gänze funktioniert und weglassen von Segmenten zum Scheitern führt. Das Beste, der Schulleiter hat Charakterstärke. Im Sinne seiner Sache setzt er sich über Gesetze und Bestimmungen hinweg. Als das Abitur nach zwölf Jahren eingeführt wurde, behielt er, nach eigener Aussage, auch nach mehrfacher Nachfrage beim Kultusministerium und deren Ablehnung das Abitur nach 13 Jahren bei.

Mein Fazit: Da ist ein Schulleiter, der nach seiner Überzeugung alles daran setzt, seine Ziele zu erreichen, wer nicht passt, geht auf andere Schulen. Kämpfende Lehrer für seine Sache würde der wohl hier am ehesten im Bereich FRG finden. Ein Modell für DAN ist das wohl kaum, denn den hätte man hier wohl bereits verklagt. Abschließend war die Vorstellung der Göttinger IGS gute Werbung zum Erhalt der bestehenden Schullandschaft in DAN.

Ralf Prahler,

Karwitz

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